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Isegrim im Unterricht: Materialien zur Rückkehr des Wolfes

Jüngst sorgte ein gesichteter Wolf auf dem zugefrorenen Lütjensee bei Hamburg für Aufregung. Diese und andere Sichtungen bestätigen immer wieder, dass der Wolf nun endgültig nach Deutschland zurückgekehrt ist. Auch wenn die in Deutschland bestätigten Populationen des Wolfes noch als fragil beschrieben werden müssen, polarisiert Isegrim bereits die Gesellschaft. Während die Befürworter des Caniden diesen unter bedingungslosen Schutz stellen möchten, plädieren seine Gegner für eine Abschusserlaubnis. Vor diesem Hintergund ist es dringend notwendig, dass der Wolf mit seiner zunehmenden Verbreitung in Deutschland auch in unsere Schulen zurückkehrt und über ihn jenseits der Märchengeschichten gesprochen wird. Der Hessische Bildungsserver, aber auch der Nabu sowie andere Institutionen, wie z.B. die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V., haben dieser Notwendigkeit mit einer Reihe an Unterrichtsmaterialien nun Rechnung getragen.

Unterrichtmaterialien zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland

Infografik Wolf
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des WWF Deutschland.

Der Hessische Bildungsserver hat eine umfangreiche Sammlung mit Unterrichtsmaterialien zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland zusammengestellt, die ich euch ans Herz legen möchte. Sie umfasst u. a. ein Wolfsquiz, ein Lernspiel zum Wolf und verweist auf die Seite der Freunde freilebender Wölfe e.V., wo ebenfalls vielfältiges Material zum Wolf erhältlich ist.

Insbesondere das Video Rotkäppchen reloaded, welches von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. in Auftrag gegeben wurde, geht auf die unterschiedlichen Positionen dem Wolf gegenüber ein. Die Inhalte des ca. 12-minütigen Kurzfilms sind der jugendlichen Zielgruppe entsprechend aufbereitet. Inhaltlich räumt es zum einen mit Vorurteilen auf und erläutert zum anderen  Lösungsmöglichkeiten für Landwirte. So werden z. B. die Herdenschutzhunde Ben und Frieda vorgestellt sowie erklärt, wie dem Wolf beim Heimischwerden in Deutschland geholfen werden kann. Nach der Vorführung des Filmes im Unterricht empfehle ich jedoch den dringenden Hinweis, dass Wölfe grundsätzlich keine Kuschel- sondern Raubtiere sind und bei einer Begegnung in freier Wildbahn immer Vorfahrt haben. Des Weiteren verweise ich immer auf die Notwendigkeit, den Familienhund bei einer Begegnung mit dem Wolf zu sichern und sich mit diesem vorsichtig zurückzuziehen.

Außerdem bietet der WWF, neben der hier verwendeten Infografik, auf seiner wunderschön aufbereiteten Internetseite weitere Materialien zum Wolf an.

Die hessischen Kolleg_innen verorten die unterrichtliche Behandlung des Wolfes in den Biologieunterricht. Meines Erachtens ist der Wolf jedoch viel stärker ein gesellschaftliches Thema, sodass ich den Wolf auch im Gesellschaftsunterricht sowie in Vertretungsstunden sehr gerne thematisiere. Dieser Komplexität des Themas „Wolf“ wird der Nabu mit seinen Downloads für die Schule gerecht. Er bietet Unterrichtmaterialien für die Fächer Biologie, Deutsch, Englisch und Politik an.

Viel Freude beim Unterrichten wünscht euch

der Käpt´n!

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Schüler*innen belohnen Rubbellosen

Jeden Menschen und jeden Hund beflügeln Anerkennung und Lob. In der Schule kommt dies häufig zu kurz: Als Lehrer*innen sind wir allein schon durch den Zwang zur Notenvergabe und die damit verbundenen Korrekturen von Klassenarbeiten sowie Tests viel zu oft auf Fehlersuche. Auch liegt bei Einladungen zu Elterngesprächen oder Briefen aus der Schule häufig ein Problem zu Grunde. Gute Gründe, um diesem Fokus auf den ‚Mangel‘ entgegenzuwirken:

Unser Schulplaner

Erfreulicherweise arbeiten wir an unserer Schule seit diesem Jahr mit einem Schulplaner. Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt nun einen solchen von der Schule gestellt. Der Schulplaner, den wir – also die Schule – beim SPc-Verlag geordert haben,  soll das alltägliche Kommunikationsmittel zwischen der Schule, ergo uns Lehrer*innen, und dem Elternhaus darstellen. In diesem wirklich schönen Buch gibt es – m.E. zu weit hinten – auch Seiten für Stempel, die gute Leistung oder ‚gutes‘, gemäß der Lerntheorie ‚erwünschtes‘ Verhalten anerkennen. Ein Beispiel aus meinem Hundeleben: Hat Frauchen die Frisbee in der Hand, höre ich auf´s Wort. Für mich als Lehrer auf vier Pfoten bedeutet diese Seite, dass ich ein Verhalten oder eine gute Mitarbeit in einer Stunde schnell und unmittelbar mit einer positiven Konsequenz, in diesem Fall einem Stempel, belohnen kann!

Rundstempel
Der Stempel hat einen Durchmesser von 3cm und kann bei easyStempel erworben werden. Das Kissen mit der Tinte ist sehr leicht auszuwechseln.

Also wurde Frauchen so lange bezirzt, bis sie einen Stempel für mich bestellte. Dieser kam vor einigen Tagen an und tatsächlich konnte ich sogleich einige Stempel vergeben!

Wo bekommst du nun einen so schicken Stempel? Frauchen hat meinen bei easyStempel gekauft. Dort gab es Rundstempel, die einfach zu designen waren und eine Hundepfote anboten. Mir war ein Rundstempel wichtig, da die Vorlage im Schulplaner auf runden Stempeln basiert.

Zehn Stempel = ein Rubbellos

Hat nun ein Schüler oder eine Schülerin zehn meiner Stempel gesammelt, kann er oder sie ein Rubbellos ziehen. Auf diesem Rubbellos wiederum stehen Preise, die es zu gewinnen gibt. Nieten habe ich nicht im Sortiment.

Rubbellose
Dies sind meine Rubbellose mit einigen Preisen. Die Etiketten gibt es auch in silberner Farbe.

Als Preise befinden sich in einer großen Kiste, zur Zeit handelt es sich um folgende Dinge:

  • Gummitierchen,
  • Bleistifte,
  • Ketten,
  • Bälle,
  • ein Quartett,
  • Würfelbecher mit sechs Würfeln,
  • Kaugummi frei,
  • Hausaufgabengutscheine,
  • 4 allgemeine und nicht an ein Buch gebundene Zeilometer,
  • 5 Stofftiere,
  • Radiergummis,
  • Kugelschreiber,
  • Tattooblätter usw.

Allein die Ankündigung der Rubbellose löste schon Begeisterung bei den Schüler*innen aus und nun bin ich gespannt, wie lange es wohl dauern wird, bis das erste Los gezogen sowie eingelöst wird.

Rubbellose schnell selbst herstellen

Da meine Zeit äußerst knapp bemessen ist und ich mit meinen Pfoten auch eher ungeschickt bin, habe ich von der DIY-Variante, die der Betzold-Verlag vorstellt, abgesehen und Frauchen vorgeschlagen, dass wir selbstklebende Etiketten kaufen. Nun musste nur noch eine Vorlage erstellt werden, welche du dir über den Link gerne herunterladen kannst. Sie basiert auf den oben verlinkten Etiketten in der Größe 58mm x 35 mm. Nun musst du nur noch deine Preise eintragen, die Lose auf schönem Papier ausdrucken, die Etiketten aufkleben und schon kannst du loslegen!

Wie motivierst oder belohnst du deine Schüler*innen?

Natürlich bin ich gespannt auf deine Ideen und Belohnungssysteme. Ich freue mich, wenn du von der einen oder anderen Idee in den Kommentaren berichtest:

Welche Preise würdest du auf deine Rubbellose schreiben?

Wie belohnst du deine Schüler*innen?

Oder findest du, dass Belohnungen in der Schule nichts zu suchen haben?

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Hundekino: Der Kurzfilm Vicky von Manu Antony – ein Plädoyer für die Freiheit

Filmplakat Vicky
Das Plakat bietet sich für die Hypothesenbildung vor der Filmvorführung an. Quelle: marvaatretrospect (2016): Retrospect. https://restrospect.wordpress.com. Letzter Zugriff: 02.09.2017

Der zehnminütige Kurzfilm Vicky des indischen Regisseurs Manu Antony begleitet den vierbeinigen Protagonisten „Vicky“  während einer nicht näher definierten erzählten Zeit. Der Film ist konsequent aus der Perspektive des Hundes gedreht und hat auf Grund seiner kurzen Erzählzeit sowie seiner Thematik ein großes Potential für den Unterricht. Er ist auf YouTube frei verfügbar. Ebenso stehen ein Making of… sowie ein Teaser zur Verfügung.

 

Inhalt

Vicky lebt in einer ländlichen Gegend mit seinem Herrchen zusammen. Die Vegetation in der Umgebung des Hauses und Kleidung des Herrchen lassen darauf schließen, dass der Film in Indien spielt, was für den weiteren Verlauf der Handlung jedoch keine Rolle spielt.

Vicky wird am Morgen von seinem Herrchen begrüßt und muss dann allein zu Hause bleiben. Ungeduldig wartend vertreibt er sich die Zeit und hofft auf einen saftigen Leckerbissen bei der Rückkehr seines Menschen. Enttäuscht muss Vicky feststellen, dass sein Mensch kein Leckerbissen, sondern einen Käfig mit zwei Papageien mitbringt. Diese wohnen von nun an in ihrem Käfig auf der Veranda, so dass Vicky Gesellschaft hat, die ihn jedoch sichtlich nachdenklich stimmt.

Vicky und seine neuen Mitbewohner: Zwei Papageien, die in einem kleinen Käfig ausharren müssen. (Antony 2016: 04:30)

Plötzlich rennt Vicky los und fällt unvermittelt in eine tiefe Grube, aus der er sich nicht allein zu befreien vermag. Verängstigt und hilflos wartet er auf seine Rettung.

Als Vicky schließlich wieder erwacht, liegt er bei dem Vogelkäfig auf der Veranda. Nach seiner Gefangenschaft in der Grube öffnet Vicky die Tür des Vogelkäfigs. Die beiden Papageien können ihren Käfig verlassen und von nun an in Freiheit leben. Den Käfig versenkt Vicky in einem Fluss.

 

Der Kurzfilm Vicky im Unterricht

Bei der Arbeit mit Filmen im Unterricht sollte in drei Schritten vorgegangen werden. Es empfiehlt sich zunächst eine Einstimmung auf die Thematik und den Charakter des Films mit einer das Vor- und Weltwissen aktivierenden Aufgabe. Im zweiten Schritt folgt die Vorführung des Films, die wiederum mit einer Aufgabe die Aufmerksamkeit der Schüler_innen fokussieren sollte. Zum Abschluss findet dann eine Auseinsandersetzung mit dem Thema des Films statt.  

 

Vor der Filmvorführung

Es bietet sich an, das Filmplakat an der Tafel anzubringen oder auf das Smartboard zu projizieren und die Kinder Hypothesen zur Filmhandlung bilden zu lassen. Dies geht in den üblichen Sozialformen wie Partner- oder Gruppenarbeit. Methodisch kann die Hypothesenbildung mittels Placemat oder einem Brainstorming erfolgen. Ebenso kann statt des Filmplakates in dieser Phase der Teaser zum Film genutzt werden.

Alternativ kann das Filmplakat auf mehrere Flipchart-Plakate geklebt werden und die Hypothesenbildung über ein stummes Schreibgespräch erfolgen.

 

 Die Filmvorführung

Bei der eigentlichen Vorführung des Films sind zwei Verfahren möglich. Zum einen kann der Film ganz angeschaut werden, zum anderen kann der Film an einer Stelle angehalten und zunächst von den Schüler_innen fortgeschrieben werden. Im Anschluss werden die Ideen der Schüler_innen mit der Originalversion verglichen.

 Die Vorführung des ganzen Films

Um die Aufmerksamkeit der Schüler_innen auf die wesentlichen Inhalte des Films sowie verwendeten filmischen Mittel zu lenken, arbeite ich gerne mit begleitenden Arbeitsbögen, die während der Vorführung zu beantworten sind. Hierbei ist insbesondere hinsichtlich der Zeitplanung zu beachten, dass der Film für die weiterführenden Aufgaben ein zweites Mal gesehen werden sollte.

Das begleitende Arbeitsblatt zum Film kannst du hier herunterladen.

Nach dem ersten Sehen des Films werden die Antworten auf dem Arbeitsblatt verglichen. Folgend wird der Film ein zweites Mal gezeigt. Bei der zweiten Vorführung sind verschiedene Aufgabenstellungen möglich:

 

Nutzen der Leerstelle

Vicky weist eine Leerstelle, nämlich die Rettung des Protagonisten auf. Hier geben nur die eingespielten Geräusche einen Hinweis auf die Rettung Vickys. Ebenso ist die Reaktion des Herrchens nicht im Film verarbeitet. Dies kann für einen Schreibanlass genutzt werden, bei dem entweder eine auktoriale Erzählperspektive eingenommen werden kann oder die Textsorte des inneren Monologes trainiert werden kann:

Vickys Herrchen kehrt zurück und an diesem Tag ist alles anders als sonst: Vicky ist spurlos verschwunden und reagiert auch auf Rufe nicht. Schreibe die Ereignisse des Tages aus der Sicht von Vickys Herrchen auf.

Ebenso können die Szenen zwischen den Tieren als Schreibanlass genutzt werden. Hier wird die Textsorte Dialog geübt:

Vicky lernt seine neuen Mitbewohner, die zwei Papageien, kennen. In verschiedenen Szenen scheinen die Papageien und Vicky miteinander zu sprechen. Wähle eine dieser Szenen aus und schreibe das Gespräch zwischen den dreien auf.

Und schließlich bietet sich die aussichtslose Lage Vickys in der Grube als ein wunderbarer Schreibanlass zur Festigung des inneren Monologes an:

Vicky befindet sich in einer scheinbar aussichtslosen und lebensbedrohlichen Lage. Ohne Wasser und Futter ist ein Überleben nicht möglich. Vicky ist außer sich vor Verzweiflung. Schreibe seine Gedanken in einem inneren Monolog nieder.

Vicky nach seinem Sturz in die Grube. Die Erfahrung des Protagonisten leitet die Wende des Films ein. (Antony 2016: 05:36)

 Die Vorführung des Films bis zum Unglück

Hier wird der Film bis zum Sturz und den verzweifelten Rettungsversuchen Vickys gesehen. Bei der Minute 06:03 wird der Film angehalten und die Schüler_innen werden aufgefordert, den Film fortzuschreiben. Eine mögliche Aufgabenstellung kann sein:

Vicky ist in große Not geraten! Ohne lebenswichtiges Wasser und Futter ist Vicky völlig verzweifelt in der Grube gefangen. Eine Rettung aus eigener Kraft ist nicht möglich – niemand weiß, wo Vicky und was ihm zugestoßen ist! Vickys Lage erscheint hoffnungslos. Wie geht es mit Vicky nun weiter? Hilf dem Regisseur, die Geschichte von Vicky zu Ende zu erzählen!

Nachdem einige Schüler_innen ihre Versionen vorgestellt haben, wird das Ende des Films gemeinsam gesehen. Es können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schülervarianten und der Originalversion herausgearbeitet werden.

 

 Nach der Filmvorführung

Zitat Nelson Mandela
Abschlussszene des Films Vicky, ein Zitat von Nelson Mandela: „Es gibt nicht so etwas wie eine halbe Freiheit.“ (zit. in: Antony 2016: 09:20)

Der Film Vicky ist ein Plädoyer für die Freiheit der Tiere und letztendlich auch des Individuums. Diese Thematik bietet sich für eine anschließende Diskussion oder einen schriftlichen Kommentar an. Insbesondere das am Ende eingeblendete Zitat von Nelsen Mandela lädt zu einem Kommentar oder einer begründeten Stellungnahme ein.

„So etwas wie eine halbe Freiheit gibt es nicht.“ – Nelson Mandela. Nimm begründet Stellung und gehe dabei auf den Inhalt des Films ein.

 

Fazit

Der Kurzfilm Vicky von Mano Antony ist sowohl inhaltlich als auch von der Länge her sehr gut für den Unterricht geeignet. Er bietet eine Vielzahl an Schreib- und Diskussionsanlässen und kann auf Grund des universellen Themas „Freiheit“ entsprechend angepasst in der Sekundarstufe I und II behandelt werden. Der Protagonist ist ein Sympathieträger, der am Ende des Films durch die traumatische Gefangenschaft in der Grube über sich hinauswächst und die beiden Papageien in die Freiheit entlässt. Der Hund, Sinnbild für bedingungslose Treue und Loyalität, zeigt Zivilcourage und  tritt – auch auf die Gefahr hin, seinen Menschen zu erzürnen -für eines der höchsten demokratischen Güter, die Freiheit, ein und wird dennoch oder gerade deshalb just von seinem Menschen mit einer saftigen Portion Fisch belohnt.

 

Quellenangabe des Films

Antony, Manu (2015): Vicky. Indien. 10 min.