Veröffentlicht in Freizeit, Gassi, Hundeausstellungen, Pflege, Rezension, Uncategorized, wertvolle Tipps

Miau & Woof kennt den Groove* [Verlosung!]

 

 

In Hamburg das Wetter ist oft schiet,

dazu noch teuer auch die Miet.

Die Pfoten nach so manchem Gassi

tragen ´ne Packung aus Schlammlassi.

Käpt´n Jack mit Schlammlassi

 

 

Da kann der Hund an manchen Tagen

in den saubren Flur sich nicht wagen,

doch die Leut´ von Miau & Woof

kennen zum Glück den Groove.

 

Miau & Woof bietet Pflegeprodukte der Extraklasse

 

In Düsseldorf sie produzieren

engagiert und ohne sich zu zieren

für Vierbeiner ´nen hochwert´gen Mix,

der Dreckfinken säubert flugs und fix.

 

Ab mit der Schmutzfellnase

in die glänzende Badoase.

Zuerst kommt das Shampoo,

welches schon ist der Clou.

 

Gut schamponiert.

 

Vor Dreck das Wasser tut sich verdunkeln,

ohne viel Gebell der Hund fängt an zu funkeln.

Noch ein wenig struppig ist das Fell

Colour Care folgt nun schnell.

 

Colour Care

 

 

Ins Haar sanft einmassieren,

das Tier möge nicht frieren!

Noch einmal lauwarm spülen

und man kann´s schon fühlen:

 

Der Hund ist weich, ganz wunderbar

und duftet gut, hipp-hipp-hurra!

Bist du in Not und hast´s eilig

Maui and Woof ist dies heilig.

Der Käpt’n lässt es funkeln.

 

Für diesen Fall gibt´s fast ´nen Two-in-One,

hier ist nur eine Tube dran.

Nach dem Shamponieren nur auswaschen,

schon glänzen des Collies weiße Gamaschen.

 

 

Wir durften ausgewählte Produkte von Miau & Woof kostenlos testen. Da ich nur selten geduscht und shampooniert werde, haben wir uns dafür von Dezember bis heute Zeit gelassen. Unsere Erfahrungen beziehen sich auf ca. zwei Wäschen pro Produkt. Wir haben sehr wenig Produkt pro Wäsche benötigt, sodass die uns zur Verfügung gestellten Tuben noch fast voll sind. Wir möchten diese gerne zum Ausprobieren weitergeben. Postet hierzu die spektakulärsten Schmutzfinkfotos eures Hundes. Es entscheidet das Losverfahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

*Produkte von Miau & Woof im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

 
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Hundekino: Der Kurzfilm Vicky von Manu Antony – ein Plädoyer für die Freiheit

Filmplakat Vicky
Das Plakat bietet sich für die Hypothesenbildung vor der Filmvorführung an. Quelle: marvaatretrospect (2016): Retrospect. https://restrospect.wordpress.com. Letzter Zugriff: 02.09.2017

Der zehnminütige Kurzfilm Vicky des indischen Regisseurs Manu Antony begleitet den vierbeinigen Protagonisten „Vicky“  während einer nicht näher definierten erzählten Zeit. Der Film ist konsequent aus der Perspektive des Hundes gedreht und hat auf Grund seiner kurzen Erzählzeit sowie seiner Thematik ein großes Potential für den Unterricht. Er ist auf YouTube frei verfügbar. Ebenso stehen ein Making of… sowie ein Teaser zur Verfügung.

 

Inhalt

Vicky lebt in einer ländlichen Gegend mit seinem Herrchen zusammen. Die Vegetation in der Umgebung des Hauses und Kleidung des Herrchen lassen darauf schließen, dass der Film in Indien spielt, was für den weiteren Verlauf der Handlung jedoch keine Rolle spielt.

Vicky wird am Morgen von seinem Herrchen begrüßt und muss dann allein zu Hause bleiben. Ungeduldig wartend vertreibt er sich die Zeit und hofft auf einen saftigen Leckerbissen bei der Rückkehr seines Menschen. Enttäuscht muss Vicky feststellen, dass sein Mensch kein Leckerbissen, sondern einen Käfig mit zwei Papageien mitbringt. Diese wohnen von nun an in ihrem Käfig auf der Veranda, so dass Vicky Gesellschaft hat, die ihn jedoch sichtlich nachdenklich stimmt.

Vicky und seine neuen Mitbewohner: Zwei Papageien, die in einem kleinen Käfig ausharren müssen. (Antony 2016: 04:30)

Plötzlich rennt Vicky los und fällt unvermittelt in eine tiefe Grube, aus der er sich nicht allein zu befreien vermag. Verängstigt und hilflos wartet er auf seine Rettung.

Als Vicky schließlich wieder erwacht, liegt er bei dem Vogelkäfig auf der Veranda. Nach seiner Gefangenschaft in der Grube öffnet Vicky die Tür des Vogelkäfigs. Die beiden Papageien können ihren Käfig verlassen und von nun an in Freiheit leben. Den Käfig versenkt Vicky in einem Fluss.

 

Der Kurzfilm Vicky im Unterricht

Bei der Arbeit mit Filmen im Unterricht sollte in drei Schritten vorgegangen werden. Es empfiehlt sich zunächst eine Einstimmung auf die Thematik und den Charakter des Films mit einer das Vor- und Weltwissen aktivierenden Aufgabe. Im zweiten Schritt folgt die Vorführung des Films, die wiederum mit einer Aufgabe die Aufmerksamkeit der Schüler_innen fokussieren sollte. Zum Abschluss findet dann eine Auseinsandersetzung mit dem Thema des Films statt.  

 

Vor der Filmvorführung

Es bietet sich an, das Filmplakat an der Tafel anzubringen oder auf das Smartboard zu projizieren und die Kinder Hypothesen zur Filmhandlung bilden zu lassen. Dies geht in den üblichen Sozialformen wie Partner- oder Gruppenarbeit. Methodisch kann die Hypothesenbildung mittels Placemat oder einem Brainstorming erfolgen. Ebenso kann statt des Filmplakates in dieser Phase der Teaser zum Film genutzt werden.

Alternativ kann das Filmplakat auf mehrere Flipchart-Plakate geklebt werden und die Hypothesenbildung über ein stummes Schreibgespräch erfolgen.

 

 Die Filmvorführung

Bei der eigentlichen Vorführung des Films sind zwei Verfahren möglich. Zum einen kann der Film ganz angeschaut werden, zum anderen kann der Film an einer Stelle angehalten und zunächst von den Schüler_innen fortgeschrieben werden. Im Anschluss werden die Ideen der Schüler_innen mit der Originalversion verglichen.

 Die Vorführung des ganzen Films

Um die Aufmerksamkeit der Schüler_innen auf die wesentlichen Inhalte des Films sowie verwendeten filmischen Mittel zu lenken, arbeite ich gerne mit begleitenden Arbeitsbögen, die während der Vorführung zu beantworten sind. Hierbei ist insbesondere hinsichtlich der Zeitplanung zu beachten, dass der Film für die weiterführenden Aufgaben ein zweites Mal gesehen werden sollte.

Das begleitende Arbeitsblatt zum Film kannst du hier herunterladen.

Nach dem ersten Sehen des Films werden die Antworten auf dem Arbeitsblatt verglichen. Folgend wird der Film ein zweites Mal gezeigt. Bei der zweiten Vorführung sind verschiedene Aufgabenstellungen möglich:

 

Nutzen der Leerstelle

Vicky weist eine Leerstelle, nämlich die Rettung des Protagonisten auf. Hier geben nur die eingespielten Geräusche einen Hinweis auf die Rettung Vickys. Ebenso ist die Reaktion des Herrchens nicht im Film verarbeitet. Dies kann für einen Schreibanlass genutzt werden, bei dem entweder eine auktoriale Erzählperspektive eingenommen werden kann oder die Textsorte des inneren Monologes trainiert werden kann:

Vickys Herrchen kehrt zurück und an diesem Tag ist alles anders als sonst: Vicky ist spurlos verschwunden und reagiert auch auf Rufe nicht. Schreibe die Ereignisse des Tages aus der Sicht von Vickys Herrchen auf.

Ebenso können die Szenen zwischen den Tieren als Schreibanlass genutzt werden. Hier wird die Textsorte Dialog geübt:

Vicky lernt seine neuen Mitbewohner, die zwei Papageien, kennen. In verschiedenen Szenen scheinen die Papageien und Vicky miteinander zu sprechen. Wähle eine dieser Szenen aus und schreibe das Gespräch zwischen den dreien auf.

Und schließlich bietet sich die aussichtslose Lage Vickys in der Grube als ein wunderbarer Schreibanlass zur Festigung des inneren Monologes an:

Vicky befindet sich in einer scheinbar aussichtslosen und lebensbedrohlichen Lage. Ohne Wasser und Futter ist ein Überleben nicht möglich. Vicky ist außer sich vor Verzweiflung. Schreibe seine Gedanken in einem inneren Monolog nieder.

Vicky nach seinem Sturz in die Grube. Die Erfahrung des Protagonisten leitet die Wende des Films ein. (Antony 2016: 05:36)

 Die Vorführung des Films bis zum Unglück

Hier wird der Film bis zum Sturz und den verzweifelten Rettungsversuchen Vickys gesehen. Bei der Minute 06:03 wird der Film angehalten und die Schüler_innen werden aufgefordert, den Film fortzuschreiben. Eine mögliche Aufgabenstellung kann sein:

Vicky ist in große Not geraten! Ohne lebenswichtiges Wasser und Futter ist Vicky völlig verzweifelt in der Grube gefangen. Eine Rettung aus eigener Kraft ist nicht möglich – niemand weiß, wo Vicky und was ihm zugestoßen ist! Vickys Lage erscheint hoffnungslos. Wie geht es mit Vicky nun weiter? Hilf dem Regisseur, die Geschichte von Vicky zu Ende zu erzählen!

Nachdem einige Schüler_innen ihre Versionen vorgestellt haben, wird das Ende des Films gemeinsam gesehen. Es können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schülervarianten und der Originalversion herausgearbeitet werden.

 

 Nach der Filmvorführung

Zitat Nelson Mandela
Abschlussszene des Films Vicky, ein Zitat von Nelson Mandela: „Es gibt nicht so etwas wie eine halbe Freiheit.“ (zit. in: Antony 2016: 09:20)

Der Film Vicky ist ein Plädoyer für die Freiheit der Tiere und letztendlich auch des Individuums. Diese Thematik bietet sich für eine anschließende Diskussion oder einen schriftlichen Kommentar an. Insbesondere das am Ende eingeblendete Zitat von Nelsen Mandela lädt zu einem Kommentar oder einer begründeten Stellungnahme ein.

„So etwas wie eine halbe Freiheit gibt es nicht.“ – Nelson Mandela. Nimm begründet Stellung und gehe dabei auf den Inhalt des Films ein.

 

Fazit

Der Kurzfilm Vicky von Mano Antony ist sowohl inhaltlich als auch von der Länge her sehr gut für den Unterricht geeignet. Er bietet eine Vielzahl an Schreib- und Diskussionsanlässen und kann auf Grund des universellen Themas „Freiheit“ entsprechend angepasst in der Sekundarstufe I und II behandelt werden. Der Protagonist ist ein Sympathieträger, der am Ende des Films durch die traumatische Gefangenschaft in der Grube über sich hinauswächst und die beiden Papageien in die Freiheit entlässt. Der Hund, Sinnbild für bedingungslose Treue und Loyalität, zeigt Zivilcourage und  tritt – auch auf die Gefahr hin, seinen Menschen zu erzürnen -für eines der höchsten demokratischen Güter, die Freiheit, ein und wird dennoch oder gerade deshalb just von seinem Menschen mit einer saftigen Portion Fisch belohnt.

 

Quellenangabe des Films

Antony, Manu (2015): Vicky. Indien. 10 min.

Veröffentlicht in #prisondogs, #prisondogsfilm, #puppiesbehindbars, Angst, Assistenzhunde, Doku, Dokumentation, Film, Filmrezension, Gefängsnis, hundegestützte Intervention, Ideen für den Unterricht, Knast, Krieg, Posttraumatische Belastungsstörung, prison dogs, PTBS, PTBS-Assistenzhund, PTBS-Assistenzhunde, puppies behind bars, Rezension, Stress, Training, Trauma, Traumatisierung, Unterricht, Unterrichtsvorschläge, wertvolle Tipps

Doku „Prison Dogs. Hunde im Knast“ – Rezension und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Die Dokumentation Prison Dogs. Hunde im Knast von Perri Peltz und Geeta Gandbhir zeigt ein ungewöhnliches Projekt in einem US-amerikanischen Gefängnis, in dem Assistenzhunde für traumatisierte Kriegsveteranen ausgebildet werden. Die 45-minütige Reportage begleitet die Gefängnisinsassen, die Projektleiter_innen sowie vier Labradorwelpen während der zweijährigen Ausbildung und endet mit deren Übergabe  an die Soldat_innen.

Filmplakat zur Dokumentaion „Prison Dogs“. Quelle: Facebookseite von Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Die Dokumentation besteht zunächst aus zwei Handlungssträngen, die nach ca. 30 Minuten zusammengeführt werden. Der erste Handlungsstrang beleuchtet die Ausbildung der Hunde durch die Häftlinge und der Hundetrainerin Gloria Gilbert Stoga, der zweite beschreibt die Realität der Kriegsveteranen.

Prison dogs. Hundeschule im Knast ist noch bis zum 09.04.2017 in der ZDF-Mediathek  verfügbar. Danach kann die Sendung gegen eine Gebühr beim ZDF bestellt werden: ZDF Bestellservice, ZDF-Straße 1, 55127 Mainz, 02225-926185, programmservice@zdf.de

Die Originalfassung in englischer Sprache ist über Amazon erhältlich.

Die Altersfreigabe liegt bei sechs Jahren.

 

Die Häftlinge und Zeit der Ausbildung

Prison Dogs beginnt mit der Übergabe der kleinen Labradorwelpen an die Gefängnisinsassen, welche die Hunde über die nächsten zwei Jahre zu Assistenzhunden ausbilden werden. Den zu langen Haftstrafen verurteilten Männern steht schon in den ersten Szenen die Aufregung, Vorfreude und das Lachen ins Gesicht geschrieben.

Ein „Puppy Behind Bars“. Quelle: Facebookseite Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Während der Reportage kommen nach und nach die mit der Ausbildung betreuten Männer zu Wort und es wird schnell deutlich, dass es sich hier um ‚wirklich harte Jungs‘ handelt, die nicht aufgrund eines Kavalierdeliktes einsitzen müssen. Zugleich erfährt der Zuschauer, was für eine immense Bedeutung die Teilnahme an diesem Projekt und die damit verbundene Möglichkeit, eine andere Seite von sich zeigen zu können, für diese Männer hat. Da ist zum Beispiel Luis Diaz, der seit seinem neunzehnten Lebensjahr wegen Mordes inhaftiert ist und nun Murphy ausbilden wird. Er sehe das Projekt als eine zweite Chance, etwas richtig zu machen (Peltz/Gandbhir 2017: 03:45). Sein Kollege Luis Martinez reflektiert, dass er noch nie etwas großgezogen habe, denn er kenne nur seinen ältesten Sohn. Er wolle beweisen, dass er diese Aufgabe bewältigen könne. Nun sei es seine Aufgabe, seinem Hund Fethra die Liebe zu geben, die das Tier brauche (Peltz/Gandbhir 2017: 04:10-04:55).

Unterbrochen werden die Portraits der Insassen durch das Training der Hunde. Es wird gezeigt, wie die Fellnasen bei einem Albtraum ihres Menschen das Licht anschalten sowie ihnen ggf. die Decke wegziehen. So unterbrechen sie den kräftezehrenden Traum und holen den Betroffenen in die Realität zurück. Ebenso lernen sie den Notruf zu aktivieren.

Während einer dieser Trainingseinheiten wird auch die beeindruckende Persönlichkeit und Hundetrainerin Gloria Gilbert Stoga eingeführt. Sie ist von den Bildern des Krieges schockiert und beschließt etwas zu tun. Schließlich initiiert sie das Projekt Puppies Behind Bars. Mit imposanter Konsequenz, Courage und Klarheit leitet sie ihre sechsbeinigen Teams im Training an und scheut sich nicht  – wie im Laufe der Sendung gezeigt wird – auch schwere Entscheidungen zu treffen. Aufgrund ihrer Strenge und Konsequenz zollen ihr die Häftlinge höchsten Respekt (Peltz/Gandbhir 2017: 10:43-12:40).

Luis Martínez mit einem Kollegen in der Dokumentation Prison Dogs. Quelle: Facebookseite Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Die Veteranen

Nach den ersten fünfzehn Minuten werden die Veteranen eingeführt. Mark Beam, ein im Afghanistankrieg traumatisierter Soldat, erleidet einen Flashback und springt schließlich mit einer Schrotflinte bewaffnet durch ein geschlossenes Fenster. Ein Vorfall, der Mark und seine Familie nachhaltig bewegt und die erschreckenden Folgen einer Traumatisierung verdeutlicht. Die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hat das Leben der Familie vollständig verändert. Mark leidet unter den typischen Symptomen wie Depressionen, schweren Albträumen und Mühe bei der Bewältigung des Alltages. Tracy Pennycuick hat in Kuweit gedient und ist ebenfalls mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert worden, welche sich in Ängsten und sozialem Rückzug äußert. Ihr wird es besonders schwerfallen, das Gefängnis für das Übergabetraining zu betreten.

 

Die Übergabe der Hunde  

Während die Trainer sich auf das Loslassen ihrer Hunde vorbereiten müssen, haben Mark und Tracy nun die große Aufgabe, sich auf das Leben mit einem PTBS-Servicehund einzulassen. Über zwei Wochen werden sie mit einem gemeinsamen Training im Gefängnis auf ihre tierischen Begleiter vorbereitet. Für die Zwei bedeutet dies auch, sich ihren Ängsten zu stellen und dass sie sich – allein schon durch die Begleitung des Hundes –  in der Öffentlichkeit zu ihrem Handicap bekennen müssen. In Rollenspielen, die auf Reaktionen der Mitmenschen in Alltagssituationen vorbereiten sollen, wird genau diese Problematik insbesondere für Mark deutlich.

 

Die Dokumentation im Schulunterricht

Prison Dogs. Hunde im Knast ist vielfältig im Unterricht einsetzbar. Dabei kann die Reportage sowohl in Intervallen als auch im Ganzen gesehen werden. Des Weiteren kann sie zum einen in Unterrichtseinheiten zum Thema „Heim- und Haustiere“ oder zum Thema „Hundeberufe“ integriert werden.

Aufgaben für fächerübergreifenden Unterricht

  • Erläutere die Wirkung von Hunden auf Menschen am Beispiel einer in der Dokumentation portraitierten Person. Dies kann ein Ausbilder  oder ein Soldat sein. Denke an eine Einleitung, in der du die von dir ausgewählte Person vorstellst und an einen Schlussteil, der deine Beobachtungen zusammenfasst. Nimm zu dem Projekt Stellung!
  • Mark und Tracy merken schnell, dass es ihnen besser geht. Überlege, welche Verbesserungen sich noch durch das gemeinsame Leben mit dem Hund einstellen werden. Einige Hinweise geben dir die eingeübten Fähigkeiten der Hunde.
  • Das Leben von Mark und Tracy wird sich nun sehr verändern. Beschreibe, wie sich ihr Leben durch den Hund verändern wird. Hast du einen Hund oder sogar mehrere? Wie hat sich dein Leben dadurch verändert? Was sind Vor- und Nachteile bei der Hundehaltung?

Deutsch

  • Charakterisiere eine in der Reportage vorgestellte Person. Erkläre dabei, was dich an der Person überrascht hat und erläutere, ob und wie das Projekt diese Person verändert oder beeinflusst hat. Denke bitte an eine Einleitung und an einen Schlussteil, der deine Ergebnisse zusammenfasst.
  • In den ersten Szenen des Films lernen die Hunde ihre Ausbilder kennen. Sowohl für die Hunde als auch für die Menschen ist das ein aufregender Moment. Versetze dich in die Lage eines Hundes oder eines Menschen und schreibe zu dem ersten Treffen einen inneren Monolog.
  • Nach der Ausbildung lernen die Hunde ihre neuen Besitzer_innen kennen. Sowohl für die Hunde als auch für die Menschen ist das ein aufregender Moment. Versetze dich in die Lage eines Hundes oder eines Menschen und schreibe zu der ersten Begegnung einen inneren Monolog.
  • Stell dir vor, du bist ein Gefängniswärter und beobachtest die Ausbilder bei ihrer Arbeit mit den Hunden. Schreibe in einem inneren Monolog deine Gedanken auf!
  • Du bist Reporter einer Tageszeitung und hast von dem Projekt gehört. Dich fasziniert die Idee so sehr, dass du einen Artikel darüber schreibst.
  • Du bist Reporter einer Tageszeitung und hast von dem Projekt gehört. Dich fasziniert die Idee so sehr, dass du in das Gefängnis fährst und dort ein vorbereitendes Interview für einen Zeitungsartikel führst. Wähle eine Person aus.
  • Stell dir vor, du bist einer der Regisseure der Dokumentation. Nach ihrer Entlassung besuchst du die Ausbilder und filmst eine Fortsetzung der Reportage. Was ist aus den Männern geworden? Wie sprechen sie heute von dem Projekt. Verwende die Kamera in deinem Handy und erstelle eine fünfminütige, fiktive Folgedokumentation zu der gesehenen. Denk an einen Vor- sowie Abspann.
  • Stell dir vor, du bist einer der Hunde und schon sehr alt. Du blickst auf dein Hundeleben mit deinem Veteranen zurück. Schreibe einen Aufsatz von ca. einer Din-A4-Seite.

Englisch

Der Film ist bei Amazon in der englischen Originalfassung erhältlich! Viele der oben genannten Aufgaben sind auch im Englischunterricht umsetzbar!

Andere Fremdsprachen/Neue Medien

  • Mediation in die jeweilige Zielsprache durch das Verfassen von Untertiteln.

Berufsbildende/-orientierende Fächer

  • Die Bundeswehr ist für viele ein attraktiver Arbeitgeber, der viele Chancen und Möglichkeiten bietet. Informiere dich über den Tätigkeit des Soldaten und erläutere Chancen und Risiken des Berufes.

Darstellendes Spiel

  • Stell dir vor, du bist einer der Regisseure der Dokumentation. Nach ihrer Entlassung besuchst du die Ausbilder und filmst eine Fortsetzung der Reportage. Was ist aus den Männern geworden? Wie sprechen sie heute von dem Projekt. Verwende die Kamera in deinem Handy und erstelle eine fünfminütige, fiktive Folgedokumentation zu der gesehenen. Denk an einen Vor- sowie Abspann.

PGW/Philosophie/Ethik (Oberstufe)

  • Lektüre Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Berlin: Suhrkamp mit anschließender Reflektion über die Chancen und Grenzen von Gefängnissen.
  • Einbettung in eine kritisch-hinterfragende Unterrichtseinheit zum Sinn und Unsinn von Kriegen.

 

Fazit

Prison Dogs hat mich – obwohl ich von dem Projekt schon wusste – in vielerlei Hinsicht nachhaltig beeindruckt, denn sie macht Hoffnung! Schon nach kurzer Zeit bemerken sowohl die ausbildenden Männer als auch die Veteranen durch den Kontakt mit den Hunden eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Die Dokumentation ist klug aufgebaut. Durch die erste Begegnung mit den Welpen und die ehrliche Aufregung der Insassen wirken diese sofort sympathisch. Die Tatsache, dass sie schwere Straftaten begangen haben, tritt auch im Verlauf der Dokumentation völlig in den Hintergrund. Dies ermöglicht beim Zuschauer eine sonst kaum herzustellende Offenheit gegenüber den Insassen des Gefängnisses. Es ist eine Freude zu sehen, wie die ‚harten Jungs‘ in die motivierende Hundeintonation fallen und sich auf ihre neuen Fellfreunde einlassen können. Der Zuschauer kann dadurch die portraitierten Menschen als das wahrnehmen, was sie in erster Linie sind: Menschen. Auf diesem Wege gibt der Zuschauer  – wenn auch nicht im direkten Kontakt – den Ausbildern die so dringend  zweite Chance.

Beeindruckend sind auch die Gedanken der Männer zu ihren Taten und zu dem Projekt. Und genau mit diesen Gedanken wirft der Film schließlich am Ende die von Luis Diaz gestellte ethische und gesellschaftliche Fragen auf: Dürfen die Ausbilder auf ihre Leistung, die sie mit dem Training der Assistenzhunde umgesetzt haben, die jedoch zugleich einem schweren Verbrechen – ohne dieses wären sie nicht in dem Projekt – entsprungen ist, stolz sein? Oder ist mit einer gravierenden Tat das Recht auf Stolz sowie Anerkennung einer großartigen Leistung verwirkt?

Jedoch bekommen nicht nur die Ausbilder eine zweite Chance. Auch die Veteranen brauchen und bekommen diese: Sie können erwiesenermaßen ihre Lebensqualität erheblich steigern. Und auch traumatisierten Menschen fällt es aufgrund ihrer Erlebnisse schwer, sich emotional auf andere einzulassen. Der Hund mit seiner Treue und Unvoreingenommenheit kann sowohl für die Gefängnisinsassen als auch die Soldat_innen ein wesentlicher Schritt wenn nicht zur Heilung, doch zumindest zur Besserung sein.  

Quellenangabe zum Film

Peltz, Perri und Gandbhir, Geeta (2017): Prison Dogs. Hunde im Knast. Mainz: ZDFinfo. 45 Minuten.

 

Weiterführende Informationen:

Eckhardt, Carmen (2010): tag 7. Ex-Soldat im Friedenseinsatz. Köln: WDR

Eekmann, Piet (2008): PTBS – Unsichtbar verwundet. Mainz: ZDF, in Zusammenarbeit mit Arte TV

Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Berlin: Suhrkamp.

N.N. (ohne Jahr): Die Story. Irak-Trauma. US-Soldaten berichten. Ohne Ort: Arte TV.

Schultes, Bea (2017): PTBS-Assistenzhund Valentino. Beas Bärenbrüder. http://www.assistenzhund-valentino.de/ Beilstein. Letzter Zugriff: 11.03.2017

Sedlatzek-Müller (2012): Soldatenglück. Mein Leben nach dem Überleben. Hamburg: Edel Germany.

Singer, Herbert und Radoiu, Adrian (ohne Jahr): Wenn die Seele schreit – der Film. ohne Ort: PIZ-TV Sanitätsdienst. https://ptbs-hilfe.de/kopf-und-seele/filmportraet.html

Thomas, Claude AnShin (2008): Am Tor zur Hölle. Der Weg eines Soldaten zum Zen-Mönch. Stuttgart: Theseus.

Verein zur Förderung hundegestützter Interventionen bei Traumatisierung und PTBS e.V. (ohne Jahr): H.I.T Hunde – Hundegestützte Interverntion (bei) Trauma. Internetseite des Vereins. http://hit-hunde.com/ Leverkusen. Letzter Zugriff: 11.03.2017

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Buchrezension: Heike Westedt „Schreck lass nach!“

Überblick

Heike Westedt legt mit ihrem Buch „Schreck lass nach! Der Einfluss von Stress und Angst auf Gehirn und Verhalten“ ein sehr durchdachtes und logisch konsequent aufgebautes Werk vor, mit dem sie sich vor allem an Besitzer_innen von sogenannten ‚Problemhunden‘ wendet. Ihr Buch soll eine Brücke zwischen Wissenschaft und Alltag schlagen, um so ein effektiveres Training zu ermöglichen. Dabei geht die Autorin äußerst klug vor und widmet sich zunächst der Theorie, um dann mit Fallbeispielen zum anschließenden praktischen Teil überzuleiten. „Schreck lass nach!“ ist bei Edition Cum Cane erschienen und für 17,95 € im Buchhandel erhältlich.

Das Buch im Detail

Theorieteil

Zunächst versorgt Heike Westedt die Leser_in mit den notwenigen theoretischen Grundlagen und erläutert einfach sowie verständlich, welche Prozesse bei der Wahrnehmung und der darauf folgenden Informationsverarbeitung im Hund ablaufen.  Von diesen inneren Prozessen leitet Heike Westedt über zu den äußerlichen und somit für uns sichtbaren Zeichen, also der Körpersprache des Hundes. Anhand von Fotos und Beispielen bekommt die Leser_in eine mögliche Einteilung der körperlichen Signale des Hundes in einen grünen, gelben und roten Bereich an die Hand. Diese Einteilung hilft dann in der praktischen Arbeit, das Training entsprechend anzupassen und den Hund in einem Bereich zu halten, in dem er überhaupt lernen kann.  Des Weiteren erläutert Heike Westedt auch die vier Fs, die dem Hund zur Verfügung stehenden Verhaltensweisen, um einen Konflikt – sei er innerlich oder äußerlich – zu lösen oder eine für ihn unangenehme Situation zu beenden. Diese ordnet sie dem gelben Bereich zu.

In den beiden folgenden Kapiteln erklärt die Autorin sehr fundiert und trotzdem äußerst verständlich die im Hund ablaufenden Prozesse beim Auftreten von Angst und Stress. Hierbei grenzt Heike Westedt zunächst deutlich den Begriff Angst von den Begriffen Unsicherheit, Furcht, Phobie und Trauma ab. Auch das Thema Stress – sowohl der kurzfristige als auch der lang anhaltende – wird verständlich erklärt. Die dabei im Gehirn auftretenden Prozesse stellt Westedt mit dem Beispiel einer Autobahn anschaulich und profund dar. Für Leser_ innen mit erhöhtem Wissensbedarf stellt Westedt zwei farblich abgesetzte Theorieteile mit wissenschaftlichen Fakten zu den Themen Angst und Stress zur Verfügung. Hier verbirgt sich auch der einzige, wenn auch sehr kleine Wehmutstropfen bei der Lektüre dieses Buches: Das Buch verfügt zwar über ein kleines Literaturverzeichnis, jedoch sind in dem Theorieteil keine Quellenangaben vermerkt. Dies erschwert – sollte die Leser_in den Wusch verspüren an der einen oder anderen Stelle vertiefend sich belesen zu wollen – die Recherche nach der zitierten Quelle. Doch wer nun meint, er müsse sich erst durch einen langatmigen Theorieteil quälen, um dann endlich zu den ersehnten praktischen Hilfen zu kommen, der irrt. Schon hier im theoretischen Teil des Buches schlägt die Autorin der Leser_in Aufgaben vor. Eine davon ist z.B. eine Liste mit Dingen, die der Hund gerne mag  und in welchen Situationen er mit Stress reagiert, zu erstellen.

Beispiele für Stressoren
Lohnenswerte Investition für das Training: Eine Liste der Stressoren. Sind diese definiert, können die Themen nacheinander angegangen werden. Foto: Anja H.

Fallbeispiele

Nach diesem aufschlussreichen Theorieteil leitet Heike Westedt mit Fallbeispielen gekonnt zum folgenden, sich dem Training widmenden Teil des Buches über. Auch die Fallbeispiele sind gut ausgewählt und decken eine große Bandbreite unterschiedlicher Angst- und Stressproblematiken bei Hunden sowie bei einer Katze ab.

Training und Hilfsmittel

Logisch konsequent folgt den Fallbeispielen der Abschnitt zu den Trainingsmethoden und möglichen Hilfsmitteln.  Auch hier bleibt sie ihrem Stil treu und legt der Leser_in zunächst die aktuellen Erkenntnisse zur Lerntheorie dar, um dann konkrete Vorschläge zur Arbeit mit dem Hund anzuregen. Dies tut die Autorin auf zwei Ebenen: Zum einen empfiehlt sie eine gezielte Aktivierung der Hirnareale, die der Stressantwort im Gehirn entgegen wirken. Beispielhaft sei hier der Einsatz der Nasenarbeit genannt. Diese rege zum Nachdenken an und spiele somit der im Stress aktivierten Amygdala sowie dem Mandelkern entgegen. Außerdem könne gerade die Nasenarbeit, erklärt Westedt, zur klassischen Gegenkonditionierung sowie dem Auftrainieren eines Alternativverhaltens genutzt werden. Zum anderen verweist die Autorin auf die Notwenigkeit eines guten Managements und einer wertschätzenden Haltung dem Hund gegenüber. So verwehrt sie sich jedweder aversiven Methoden im Hundetraining.

Hindernisse und Ablenkungen beim Training
Ein Tipp aus dem Buch von Heike Westedt: Was hindert oder lenkt meinen Hund und mich beim Training ab? Foto: Anja H.

Trainingskarten

Für das Auftrainieren der wichtigsten Elemente finden sich im Buch ebenfalls übersichtliche Trainingskarten. Diese führen z.B. die einzelnen Schritte zum Auftrainieren eines Entspannungswortes oder zum Aufbau eines Klickers auf. Diese kann sich die Leser_in aus dem Buch heraustrennen und laminiert zum Training mitnehmen. Ergeben sich beim Üben Fragen, so führen die auf den Karten vermerkten Verweise mit Seitenzahlen direkt zu dem entsprechenden Theorieteil im Buch.

Abschließend geht Westedt zusammenfassend noch auf die Trainingsplanung ein. Auch hier berücksichtigt sie wieder viele wichtige Aspekte, wie den Aufbau von Ritualen,  ein besonnenes Management und ein kleinschrittiges Vorgehen. Abgerundet wird dieser Teil durch eine Checkliste der wichtigsten Trainingsprinzipien.

Fazit

Für „Schreck lass nach!“ von Heike Westedt ist eine klare Leseempfehlung auszusprechen! Die Autorin nimmt die Leser_in an die Hand und hilft ihr das eine oder andere „merkwürdige“ Verhalten eines Hundes zu verstehen. Reaktionen, die zuvor überraschten, sind nun verständlich, können eingeordnet und vor allen Dingen bearbeitet werden. Zugleich räumt das Buch mit überholten Trainingsempfehlungen auf, besinnt sich auf eine vertrauensvolle sowie wertschätzende Arbeit mit dem Vierbeiner und ebnet somit schreckhaften Fellnasen den Weg zu einem entspannteren Alltag. Und nicht zuletzt ist Heike Westedts Buch so wunderbar, weil es die Leser_in mit handfesten Argumenten gegen die üblichen gut gemeinten Ratschläge ausstattet, wenn der eigene Hund wieder einmal eine Situation nicht perfekt bewältigen konnte.

 

Westedt, Heike (2013): Schreck lass nach! Der Einfluss von Stress und Angst auf Gehirn und Verhalten. Ohne Ort: Edition Cum Cane. ISBN: 978-3-940083-00-5, 17,95 €