Projekt Handysuchhund: Zielobjekte sind da!

Käpt´n Jack wird Handysuchhund - Zielobjekte für das Training
Zielobjekte für das Auftrainieren des Erschnüffelns von Handys und Smartphones.

Ich soll ein Handysuchhund werden!

Warum soll ich als Schulhund nun auch noch ein Handysuchhund werden? Diese Frage beantwortet sich schon aus einem Ereignis in der vergangenen Woche. Wieder wurde ein Handy zum Täuschen in einer Klassenarbeit verwendet und folglich ist Frauchens Motivation um so höher. Das Corpus delicti wurde von der beaufsichtigenden Kollegin in der Kapuze einer über dem Stuhl hängenden Jacke gefunden. Die dahinter und daneben sitzenden Schüler_innen konnten also von diesem Handy, welches ein Tafelbild aus dem Chemieunterricht zeigte, abschreiben. Das Foto war in beeindruckender Deutlichkeit zu erkennen. Den betreffenden Schüler_innen droht eine G6. Hochauflösende Kameras in Handys können ein Fluch sein!

Der Rest der Lerngruppe war aufrichtig verärgert und das mit Recht! Seit diesem Tag werden bei Klassenarbeiten und Tests alle Mobilgeräte eingesammelt.  Nun ja.

Letztendlich ist das Einsammeln der Geräte nur ein recht stumpfes Schwert. Wer spicken möchte, behauptet einfach, dass er kein Handy mithabe.

12 Handys zum Auftrainieren

Dank zahlreicher Spenden und Mitbringsel von Kolleg_innen, aus der Nachbarschaft und Sarah, dem Frauchen meiner Schwester Amy, konnten wir immerhin 12 Handys und Smartphones zusammentragen und machen uns nun an das Training.

Zielobjektsuche – was ist das eigentlich?

Im Grunde kennt jeder die Suche nach Zielobjekten durch die Arbeit der Drogensuchhunde. Da der Begriff Zielobjektsuche, ebenso wie die Abkürzung ZOS, jedoch eingetragene Bild- und Wortmarken bzw. Wortmarken sind, werde ich im Folgenden diese Begriffe nicht mehr  verwenden. Meine Kenntnisse im Markenrecht sind zu gering, um das Risiko einer Abmahnung mit einer entsprechend hohen Geldsumme einschätzen zu können.

Das zu suchende Zielobjekt wird für den Hund mit einer hochwertigen Belohung verknüpft. Der Hund lernt also Folgendes: Wenn ich einen Gegenstand mit diesem spezifischen Geruch finde, passiert immer etwas ganz Tolles! Meistens zeigen die Hunde passiv und ohne Aufnahme des Gegenstandes an. Ihre wohlverdiente Belohnung bekommen sie dann von der Hundeführer_in. Das passive Anzeigen kann der Hund z. B. mit einem Nasentouch oder indem er sich vor diesem Gegenstand absetzt bzw. ablegt tun. Es gibt jedoch auch Hunde, die aktiv anzeigen. Ein Beispiel dafür ist Naila, die Schimmelspürhündin von Klaus und Petra Acker. Sie sucht als Zielobjekt Schimmel in Gebäuden und zeigt gefundenen Schimmel aktiv durch Kratzen an:

Handysuchhunde gibt es vor allen Dingen in deutschen Gefängnissen. Doch auch hier sind sie noch eine Rarität und in der Erprobung. Als Beispiel möchte ich euch die Handysuchhunde Dexter und Janka vorstellen. Sie sind auf Sim-Karten, Smartphones und Handys trainiert. Beide arbeiten in Sachsen-Anhalt und sind Pioniere im Bereich der Handyspürhunde. Dexter und Janka gehören zu den passiv anzeigenden Hunden:

Das Training: erster Schritt

Meine erste Aufgabe wird es also sein, dass ich den Geruch von Handys und Smartphones mit einer Belohnung verknüpfe. Frauchens Job ist, mir diese Verknüpfung im wahrsten Sinne des Wortes zu verklickern, denn auch hier arbeiten wir – wie üblich – mit unserem geliebten Marker-Training. Ich werde berichten!

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