Der Hund im Sommer im Auto! – Ein Beitrag von Gerd Schreiber

Bei meinen regelmäßigen Trainingsstunden mit meinem Hundetrainer und Kumpel Gerd Schreiber von der Hundeschule Hund und wir ist auch oft meine Freundin Enya, eine sehr charismatische und hübsche Hundedame, dabei (Unter uns gesagt: Auf sie freue ich mich immer besonders…). Wenn wir üben, wartet sie immer im Auto. Ihr Mensch, der Gerd, ist sooooooo toll und gestaltet ihr den Aufenthalt dort wirklich angenehm – auch im Sommer bei hohen Temperaturen. Wie er das macht, hat er ausführlich in einem Beitrag bei Facebook erläutert. Ich fand den Beitrag so gut, dass ich ihn fragte, ob ich ihn hier veröffentlichen dürfte. Zu meiner Freude sagte er ja und mit seiner freundlichen Genehmigung füge ich diesen Beitrag hier nun ein. Möge er dazu beitragen, dass weniger Hunde im Auto unter Hitzschlag oder Dehydrierung leiden!

Der Hund im Sommer im Auto! – Ein Beitrag von Gerd Schreiber

Der Sommer kommt. Nein, der Sommer ist da!

Zumindest hier im Norden sind die Temperaturen stark gestiegen und bewegen sich tagsüber zwischen 28 und 30 Grad im Schatten.
Mein Job bringt es mit sich, dass ich viel im Auto unterwegs bin und meine Hündin Enya ist oft mit dabei…
Leider muss sie dann auch des Öfteren im Auto „geparkt“ werden…

Wir hören es jetzt leider immer wieder in den Medien, dass Hunde im Auto gelassen werden, die Scheiben geschlossen sind und das auch immer wieder Hunde im Auto verenden… gestorben an Dehydrierung und/oder an Hitzschlag!
Jeder einzelne Hund, der das mit erleben muss, auch wenn er vor dem Tod gerettet werden kann, ist einer zu viel.

Entsprechend habe ich mir Gedanken gemacht und mache sie mir fortwährend, wie ich es meiner Enya im Auto so angenehm wie möglich machen kann.
Alleine zu Hause lassen wäre eine Option, die allerdings nur sehr begrenzt zu nutzen ist, da ich auch teilweise den ganzen Tag unterwegs bin.
Oder ich statte mein Auto so aus, dass die Temperaturen im erträglichen Rahmen bleiben.
Und wie ich das mache, versuche ich hier zu erläutern!

Am Wochenende hatte ich eine kleine Diskussion, bei der ich erklärte, dass ich meine Hündin öfter im Auto lasse und sie das bei 30 Grad im Kofferraum gut aushält… Die Empörung war groß, fast alle fanden 30 Grad schon viel zu heiß!

Auch während der Fahrt ist es im Kofferraum heiß.

Doch wie warm ist es eigentlich im Auto, wenn wir ganz normal mit dem Auto unterwegs sind, die Klimaanlage auf Hochtouren läuft und unser Fellkind im Kofferraum mitfährt?

Um das herauszufinden, habe ich mir ein digitales Thermometer gekauft und es im Auto installiert. Vorne das Display mit einem Messfühler und hinten einen Messfühler, der sonst im Haushalt die Außentemperatur misst.
Denn nur weil es im Bereich des Fahrer relativ kühl ist, bedeutet das nicht, dass es hinten genauso kühl ist, vor allem dann nicht, wenn man einen Kombi hat und eine relativ flache Heckscheibe.

Gerd Schreibers Foto.

Bei den jetzigen sommerlichen Temperaturen von 28-29 Grad im Schatten habe ich in meinem Auto eine Innenraumtemperatur zwischen 25 und 30 Grad… je nachdem, wie lange ich unterwegs bin. Im Heckraum ca. 2 Grad wärmer!!!
Mein Empfinden ist aber, dass es recht kühl im Auto ist, denn in der Sonne sind es gerade, wo ich dieses schreibe, 42 Grad!
Dazu kommt der kühle Luftzug der Klimaanlage, die hinten aber nicht ankommt.

Hitzeschutzfolien sind ein Muß

Diese zwei Grad mehr im Heckraum habe ich JETZT, nachdem ich ein Hitzeschutz-Fliegengitter in die Heckscheibe montiert habe! Früher waren es in der Sonne im Heckraum gute 7-12 Grad wärmer!

Denkt also bitte daran, die Heckscheiben mit Hitzeabweisenden Material zu versehen!!! Nur verdunkelte Scheiben bringen zwar etwas, aber mit entsprechender Folie, die man im Baumarkt bekommt, holt man noch mehr raus!!!

Gerd Schreibers Foto.
30 Grad in dem Bereich, wo der Hund sich aufhält, sind also schnell erreicht und meine Enya hechelt dabei nicht!Auch wenn Enya jetzt im Schatten liegen würde, sind es dort 29!!! Grad!
Beim Spaziergang vorhin in der Sonne 40!!!
Der Wind lässt es kühler empfinden, die Temperatur ist aber da!

Parkende Autos – Eine Gefahr!

Nun muss ich das Auto ja auch mal abstellen und Enya muss ggf. im Auto bleiben und Schattenparkplätze nicht immer zu finden 🙁.
Währen wir in Saudi-Arabien, könnte ich einfach die Klimaanlage laufen lassen… in Deutschland ist diese bei geparktem Fahrzeug verboten, ausserdem schlecht für die Umwelt und die Rohstoffressourcen.

Wie ein Versuch mit meinen Thermometern zeigt, klettert die Temperatur im Wageninnern bei geschlossenen Fenstern innerhalb einer Stunde auf 54 Grad!!!! Eine Bruthitze, wie man so schön sagt! (Enya war da selbstverständlich nicht im Auto!)
DIESE BRUTHITZE ist tödlich für Hunde!!!

Ich habe mir für diese Situationen eine Hitzeschutzplane gekauft, mit der ich das Auto, wenn ich es abstelle, abdecke!
Ich verwende die „Sunbrero“ von der Firma Delsack, die auch über mich zu beziehen ist!
Meine Auto mit Plane sehr ihr auf dem Bild!

Gerd Schreibers Foto.

Diese Planen sind Gold wert!
In der Regel habe ich im Heckraum 1-2 Grad höhere Temperaturen als draußen im Schatten!!! Also bei 29 Grad draussen ca. 30 oder 31 Grad. Das hängt auch davon ab, wie weit ich das Fahrzeuginnere während der Fahrt herunter kühlen konnte!
Dabei sind die Seitenfenster leicht geöffnet, um für Frischluft zu sorgen.
Ich habe einen Versuch mit einem Abstandshalter für den Kofferraumdeckel gemacht, aber dabei kam heraus, dass die Temperatur im Heckraum dann höher ist. Die warme Luft von außen zieht dann in den kühleren Innenraum und heißt diesen auf!

Auf diese Weise kann Enya gut im Auto bleiben, sie hächelt nicht im Kofferaum. Das Hecheln beginnt dann, wenn sie aus dem kühleren Auto in die wärmere Umgebung aussteigt!

Ich fasse nochmal zusammen:
-Temperaturen von 30 Grad über einen relativ kurzen Zeitraum 1-2 Stunde scheinen kein Problem zu sein.
(vorrausgesetzt der Hund ist gesund und kommt auch sonst mit Wärme einiger maßen klar“!)
Zumal wir auch tagsüber im Schatten diese Temperaturen erreichen!
– Auch während der Fahrt kann sich der Heckraum aufheizen! Mehr als wir vorne vermuten.
Entsprechend müssen wir die Scheiben vor Sonneneinstrahlung mit Hitzeschutzolien schützen und die Temperaturen und das Wohlbefinden des Hundes überwachen!
– Mit einer Hitzeschutzplane halten wir den Innenraum auch über eine längere Zeit (1-2 Stunden) relativ kühl (max. 1-2 Grad über Schattentemperatur). Seitenfenster dabei leicht geöffnet, Heckklappe beim Kombi geschlossen.
– Mit einem Handelsüblichen Thermometer mit zwei Messpunkten können wir auch den Bereich überwachen, in dem unser Hund sich aufhält! Vor allem wichtig bei längeren Autofahrten!!!

Natürlich darf Wasser im Einzugsbereich des Hundes nicht fehlen!

So ausgerüstet helfen wir unseren Hunden, wenn sie im Auto mitgenommen werden, die Zeit größere ohne Probleme zu überstehen!!!

Und GANZ wichtig, schaut IMMER nach euren Fellkindern, wie es ihnen in der spezifischen Situation geht! Hechelt er stark im Auto, müsst ihr was machen!!!!!

Auf den Bildern seht ihr mein Auto mit der Abdeckplane, das Hitzeschutzfliegengitter in der Heckscheibe und das Thermometer, oberer Wert Termperatur da, wo das Display sitzt, unterer Wert hinten im Kofferraum nach 1 Stunde in der prallen Sonne , 42 Grad draußen in der Sonne, 29 Grad im Schatten!

 Text und Fotos von Gerd Schreiber.
Gerd Schreibers Foto.
Gerd Schreibers Foto.
Gerd Schreibers Foto.

 

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