Veröffentlicht in ColeCanido, Hund und wir, Hundeberufe, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Praxisseminar II, PSII, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Unterricht

Vielen Dank für das inspirierende Praxisseminar II

Esmo buzzert wie kein anderer! Foto: Anja H.

 

Tricksende Hunde

 

Beeindruckt bin ich, der Käpt´n, ganz und gar

von heut´gem Praxisseminar.

 

Es kamen sieben schlaue Hunde

mit vielen Ideen im Bunde.

 

Boe, das schöne Burgfräulein,

stupst ´nen Würfel gar nicht klein.

 

Das zarte Fräulein Krause

macht mit Farbklötzern eine Sause.

 

´Nen Parcours mit Schildern kann die Emma,

souverän, kennt sie da kein Dilemma.

 

Mit Bobs gibt´s Yoga ohne Gezeter

und dazu noch schicke Zeilometer.

 

Balancieren ist ein Klecks

entlang ´ner Schnur für Schulhund Keks.

 

Esmo, der hübsche Schäferhund,

mit ´nem Würfel treibt er´s bunt.

 

Mit Rucksack ist bei Schülern ganz fix,

Morla, unser Labbi-Mix.

 

Jeder dieser Hunde hat ´nen Trick,

dazu ´nen Traummensch, was für´n Glück!

 

Liebe Teilnehmerinnen,

das Wochenende mit euch war großartig! Kommt gut nach Hause und habt eine angenehme Woche!

Euer Käpt´n.

 

 

 

 

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Isegrim im Unterricht: Materialien zur Rückkehr des Wolfes

Jüngst sorgte ein gesichteter Wolf auf dem zugefrorenen Lütjensee bei Hamburg für Aufregung. Diese und andere Sichtungen bestätigen immer wieder, dass der Wolf nun endgültig nach Deutschland zurückgekehrt ist. Auch wenn die in Deutschland bestätigten Populationen des Wolfes noch als fragil beschrieben werden müssen, polarisiert Isegrim bereits die Gesellschaft. Während die Befürworter des Caniden diesen unter bedingungslosen Schutz stellen möchten, plädieren seine Gegner für eine Abschusserlaubnis. Vor diesem Hintergund ist es dringend notwendig, dass der Wolf mit seiner zunehmenden Verbreitung in Deutschland auch in unsere Schulen zurückkehrt und über ihn jenseits der Märchengeschichten gesprochen wird. Der Hessische Bildungsserver, aber auch der Nabu sowie andere Institutionen, wie z.B. die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V., haben dieser Notwendigkeit mit einer Reihe an Unterrichtsmaterialien nun Rechnung getragen.

Unterrichtmaterialien zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland

Infografik Wolf
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des WWF Deutschland.

Der Hessische Bildungsserver hat eine umfangreiche Sammlung mit Unterrichtsmaterialien zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland zusammengestellt, die ich euch ans Herz legen möchte. Sie umfasst u. a. ein Wolfsquiz, ein Lernspiel zum Wolf und verweist auf die Seite der Freunde freilebender Wölfe e.V., wo ebenfalls vielfältiges Material zum Wolf erhältlich ist.

Insbesondere das Video Rotkäppchen reloaded, welches von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. in Auftrag gegeben wurde, geht auf die unterschiedlichen Positionen dem Wolf gegenüber ein. Die Inhalte des ca. 12-minütigen Kurzfilms sind der jugendlichen Zielgruppe entsprechend aufbereitet. Inhaltlich räumt es zum einen mit Vorurteilen auf und erläutert zum anderen  Lösungsmöglichkeiten für Landwirte. So werden z. B. die Herdenschutzhunde Ben und Frieda vorgestellt sowie erklärt, wie dem Wolf beim Heimischwerden in Deutschland geholfen werden kann. Nach der Vorführung des Filmes im Unterricht empfehle ich jedoch den dringenden Hinweis, dass Wölfe grundsätzlich keine Kuschel- sondern Raubtiere sind und bei einer Begegnung in freier Wildbahn immer Vorfahrt haben. Des Weiteren verweise ich immer auf die Notwendigkeit, den Familienhund bei einer Begegnung mit dem Wolf zu sichern und sich mit diesem vorsichtig zurückzuziehen.

Außerdem bietet der WWF, neben der hier verwendeten Infografik, auf seiner wunderschön aufbereiteten Internetseite weitere Materialien zum Wolf an.

Die hessischen Kolleg_innen verorten die unterrichtliche Behandlung des Wolfes in den Biologieunterricht. Meines Erachtens ist der Wolf jedoch viel stärker ein gesellschaftliches Thema, sodass ich den Wolf auch im Gesellschaftsunterricht sowie in Vertretungsstunden sehr gerne thematisiere. Dieser Komplexität des Themas „Wolf“ wird der Nabu mit seinen Downloads für die Schule gerecht. Er bietet Unterrichtmaterialien für die Fächer Biologie, Deutsch, Englisch und Politik an.

Viel Freude beim Unterrichten wünscht euch

der Käpt´n!

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Schüler*innen belohnen Rubbellosen

Jeden Menschen und jeden Hund beflügeln Anerkennung und Lob. In der Schule kommt dies häufig zu kurz: Als Lehrer*innen sind wir allein schon durch den Zwang zur Notenvergabe und die damit verbundenen Korrekturen von Klassenarbeiten sowie Tests viel zu oft auf Fehlersuche. Auch liegt bei Einladungen zu Elterngesprächen oder Briefen aus der Schule häufig ein Problem zu Grunde. Gute Gründe, um diesem Fokus auf den ‚Mangel‘ entgegenzuwirken:

Unser Schulplaner

Erfreulicherweise arbeiten wir an unserer Schule seit diesem Jahr mit einem Schulplaner. Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt nun einen solchen von der Schule gestellt. Der Schulplaner, den wir – also die Schule – beim SPc-Verlag geordert haben,  soll das alltägliche Kommunikationsmittel zwischen der Schule, ergo uns Lehrer*innen, und dem Elternhaus darstellen. In diesem wirklich schönen Buch gibt es – m.E. zu weit hinten – auch Seiten für Stempel, die gute Leistung oder ‚gutes‘, gemäß der Lerntheorie ‚erwünschtes‘ Verhalten anerkennen. Ein Beispiel aus meinem Hundeleben: Hat Frauchen die Frisbee in der Hand, höre ich auf´s Wort. Für mich als Lehrer auf vier Pfoten bedeutet diese Seite, dass ich ein Verhalten oder eine gute Mitarbeit in einer Stunde schnell und unmittelbar mit einer positiven Konsequenz, in diesem Fall einem Stempel, belohnen kann!

Rundstempel
Der Stempel hat einen Durchmesser von 3cm und kann bei easyStempel erworben werden. Das Kissen mit der Tinte ist sehr leicht auszuwechseln.

Also wurde Frauchen so lange bezirzt, bis sie einen Stempel für mich bestellte. Dieser kam vor einigen Tagen an und tatsächlich konnte ich sogleich einige Stempel vergeben!

Wo bekommst du nun einen so schicken Stempel? Frauchen hat meinen bei easyStempel gekauft. Dort gab es Rundstempel, die einfach zu designen waren und eine Hundepfote anboten. Mir war ein Rundstempel wichtig, da die Vorlage im Schulplaner auf runden Stempeln basiert.

Zehn Stempel = ein Rubbellos

Hat nun ein Schüler oder eine Schülerin zehn meiner Stempel gesammelt, kann er oder sie ein Rubbellos ziehen. Auf diesem Rubbellos wiederum stehen Preise, die es zu gewinnen gibt. Nieten habe ich nicht im Sortiment.

Rubbellose
Dies sind meine Rubbellose mit einigen Preisen. Die Etiketten gibt es auch in silberner Farbe.

Als Preise befinden sich in einer großen Kiste, zur Zeit handelt es sich um folgende Dinge:

  • Gummitierchen,
  • Bleistifte,
  • Ketten,
  • Bälle,
  • ein Quartett,
  • Würfelbecher mit sechs Würfeln,
  • Kaugummi frei,
  • Hausaufgabengutscheine,
  • 4 allgemeine und nicht an ein Buch gebundene Zeilometer,
  • 5 Stofftiere,
  • Radiergummis,
  • Kugelschreiber,
  • Tattooblätter usw.

Allein die Ankündigung der Rubbellose löste schon Begeisterung bei den Schüler*innen aus und nun bin ich gespannt, wie lange es wohl dauern wird, bis das erste Los gezogen sowie eingelöst wird.

Rubbellose schnell selbst herstellen

Da meine Zeit äußerst knapp bemessen ist und ich mit meinen Pfoten auch eher ungeschickt bin, habe ich von der DIY-Variante, die der Betzold-Verlag vorstellt, abgesehen und Frauchen vorgeschlagen, dass wir selbstklebende Etiketten kaufen. Nun musste nur noch eine Vorlage erstellt werden, welche du dir über den Link gerne herunterladen kannst. Sie basiert auf den oben verlinkten Etiketten in der Größe 58mm x 35 mm. Nun musst du nur noch deine Preise eintragen, die Lose auf schönem Papier ausdrucken, die Etiketten aufkleben und schon kannst du loslegen!

Wie motivierst oder belohnst du deine Schüler*innen?

Natürlich bin ich gespannt auf deine Ideen und Belohnungssysteme. Ich freue mich, wenn du von der einen oder anderen Idee in den Kommentaren berichtest:

Welche Preise würdest du auf deine Rubbellose schreiben?

Wie belohnst du deine Schüler*innen?

Oder findest du, dass Belohnungen in der Schule nichts zu suchen haben?

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Hundekino: Der Kurzfilm Vicky von Manu Antony – ein Plädoyer für die Freiheit

Filmplakat Vicky
Das Plakat bietet sich für die Hypothesenbildung vor der Filmvorführung an. Quelle: marvaatretrospect (2016): Retrospect. https://restrospect.wordpress.com. Letzter Zugriff: 02.09.2017

Der zehnminütige Kurzfilm Vicky des indischen Regisseurs Manu Antony begleitet den vierbeinigen Protagonisten „Vicky“  während einer nicht näher definierten erzählten Zeit. Der Film ist konsequent aus der Perspektive des Hundes gedreht und hat auf Grund seiner kurzen Erzählzeit sowie seiner Thematik ein großes Potential für den Unterricht. Er ist auf YouTube frei verfügbar. Ebenso stehen ein Making of… sowie ein Teaser zur Verfügung.

 

Inhalt

Vicky lebt in einer ländlichen Gegend mit seinem Herrchen zusammen. Die Vegetation in der Umgebung des Hauses und Kleidung des Herrchen lassen darauf schließen, dass der Film in Indien spielt, was für den weiteren Verlauf der Handlung jedoch keine Rolle spielt.

Vicky wird am Morgen von seinem Herrchen begrüßt und muss dann allein zu Hause bleiben. Ungeduldig wartend vertreibt er sich die Zeit und hofft auf einen saftigen Leckerbissen bei der Rückkehr seines Menschen. Enttäuscht muss Vicky feststellen, dass sein Mensch kein Leckerbissen, sondern einen Käfig mit zwei Papageien mitbringt. Diese wohnen von nun an in ihrem Käfig auf der Veranda, so dass Vicky Gesellschaft hat, die ihn jedoch sichtlich nachdenklich stimmt.

Vicky und seine neuen Mitbewohner: Zwei Papageien, die in einem kleinen Käfig ausharren müssen. (Antony 2016: 04:30)

Plötzlich rennt Vicky los und fällt unvermittelt in eine tiefe Grube, aus der er sich nicht allein zu befreien vermag. Verängstigt und hilflos wartet er auf seine Rettung.

Als Vicky schließlich wieder erwacht, liegt er bei dem Vogelkäfig auf der Veranda. Nach seiner Gefangenschaft in der Grube öffnet Vicky die Tür des Vogelkäfigs. Die beiden Papageien können ihren Käfig verlassen und von nun an in Freiheit leben. Den Käfig versenkt Vicky in einem Fluss.

 

Der Kurzfilm Vicky im Unterricht

Bei der Arbeit mit Filmen im Unterricht sollte in drei Schritten vorgegangen werden. Es empfiehlt sich zunächst eine Einstimmung auf die Thematik und den Charakter des Films mit einer das Vor- und Weltwissen aktivierenden Aufgabe. Im zweiten Schritt folgt die Vorführung des Films, die wiederum mit einer Aufgabe die Aufmerksamkeit der Schüler_innen fokussieren sollte. Zum Abschluss findet dann eine Auseinsandersetzung mit dem Thema des Films statt.  

 

Vor der Filmvorführung

Es bietet sich an, das Filmplakat an der Tafel anzubringen oder auf das Smartboard zu projizieren und die Kinder Hypothesen zur Filmhandlung bilden zu lassen. Dies geht in den üblichen Sozialformen wie Partner- oder Gruppenarbeit. Methodisch kann die Hypothesenbildung mittels Placemat oder einem Brainstorming erfolgen. Ebenso kann statt des Filmplakates in dieser Phase der Teaser zum Film genutzt werden.

Alternativ kann das Filmplakat auf mehrere Flipchart-Plakate geklebt werden und die Hypothesenbildung über ein stummes Schreibgespräch erfolgen.

 

 Die Filmvorführung

Bei der eigentlichen Vorführung des Films sind zwei Verfahren möglich. Zum einen kann der Film ganz angeschaut werden, zum anderen kann der Film an einer Stelle angehalten und zunächst von den Schüler_innen fortgeschrieben werden. Im Anschluss werden die Ideen der Schüler_innen mit der Originalversion verglichen.

 Die Vorführung des ganzen Films

Um die Aufmerksamkeit der Schüler_innen auf die wesentlichen Inhalte des Films sowie verwendeten filmischen Mittel zu lenken, arbeite ich gerne mit begleitenden Arbeitsbögen, die während der Vorführung zu beantworten sind. Hierbei ist insbesondere hinsichtlich der Zeitplanung zu beachten, dass der Film für die weiterführenden Aufgaben ein zweites Mal gesehen werden sollte.

Das begleitende Arbeitsblatt zum Film kannst du hier herunterladen.

Nach dem ersten Sehen des Films werden die Antworten auf dem Arbeitsblatt verglichen. Folgend wird der Film ein zweites Mal gezeigt. Bei der zweiten Vorführung sind verschiedene Aufgabenstellungen möglich:

 

Nutzen der Leerstelle

Vicky weist eine Leerstelle, nämlich die Rettung des Protagonisten auf. Hier geben nur die eingespielten Geräusche einen Hinweis auf die Rettung Vickys. Ebenso ist die Reaktion des Herrchens nicht im Film verarbeitet. Dies kann für einen Schreibanlass genutzt werden, bei dem entweder eine auktoriale Erzählperspektive eingenommen werden kann oder die Textsorte des inneren Monologes trainiert werden kann:

Vickys Herrchen kehrt zurück und an diesem Tag ist alles anders als sonst: Vicky ist spurlos verschwunden und reagiert auch auf Rufe nicht. Schreibe die Ereignisse des Tages aus der Sicht von Vickys Herrchen auf.

Ebenso können die Szenen zwischen den Tieren als Schreibanlass genutzt werden. Hier wird die Textsorte Dialog geübt:

Vicky lernt seine neuen Mitbewohner, die zwei Papageien, kennen. In verschiedenen Szenen scheinen die Papageien und Vicky miteinander zu sprechen. Wähle eine dieser Szenen aus und schreibe das Gespräch zwischen den dreien auf.

Und schließlich bietet sich die aussichtslose Lage Vickys in der Grube als ein wunderbarer Schreibanlass zur Festigung des inneren Monologes an:

Vicky befindet sich in einer scheinbar aussichtslosen und lebensbedrohlichen Lage. Ohne Wasser und Futter ist ein Überleben nicht möglich. Vicky ist außer sich vor Verzweiflung. Schreibe seine Gedanken in einem inneren Monolog nieder.

Vicky nach seinem Sturz in die Grube. Die Erfahrung des Protagonisten leitet die Wende des Films ein. (Antony 2016: 05:36)

 Die Vorführung des Films bis zum Unglück

Hier wird der Film bis zum Sturz und den verzweifelten Rettungsversuchen Vickys gesehen. Bei der Minute 06:03 wird der Film angehalten und die Schüler_innen werden aufgefordert, den Film fortzuschreiben. Eine mögliche Aufgabenstellung kann sein:

Vicky ist in große Not geraten! Ohne lebenswichtiges Wasser und Futter ist Vicky völlig verzweifelt in der Grube gefangen. Eine Rettung aus eigener Kraft ist nicht möglich – niemand weiß, wo Vicky und was ihm zugestoßen ist! Vickys Lage erscheint hoffnungslos. Wie geht es mit Vicky nun weiter? Hilf dem Regisseur, die Geschichte von Vicky zu Ende zu erzählen!

Nachdem einige Schüler_innen ihre Versionen vorgestellt haben, wird das Ende des Films gemeinsam gesehen. Es können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schülervarianten und der Originalversion herausgearbeitet werden.

 

 Nach der Filmvorführung

Zitat Nelson Mandela
Abschlussszene des Films Vicky, ein Zitat von Nelson Mandela: „Es gibt nicht so etwas wie eine halbe Freiheit.“ (zit. in: Antony 2016: 09:20)

Der Film Vicky ist ein Plädoyer für die Freiheit der Tiere und letztendlich auch des Individuums. Diese Thematik bietet sich für eine anschließende Diskussion oder einen schriftlichen Kommentar an. Insbesondere das am Ende eingeblendete Zitat von Nelsen Mandela lädt zu einem Kommentar oder einer begründeten Stellungnahme ein.

„So etwas wie eine halbe Freiheit gibt es nicht.“ – Nelson Mandela. Nimm begründet Stellung und gehe dabei auf den Inhalt des Films ein.

 

Fazit

Der Kurzfilm Vicky von Mano Antony ist sowohl inhaltlich als auch von der Länge her sehr gut für den Unterricht geeignet. Er bietet eine Vielzahl an Schreib- und Diskussionsanlässen und kann auf Grund des universellen Themas „Freiheit“ entsprechend angepasst in der Sekundarstufe I und II behandelt werden. Der Protagonist ist ein Sympathieträger, der am Ende des Films durch die traumatische Gefangenschaft in der Grube über sich hinauswächst und die beiden Papageien in die Freiheit entlässt. Der Hund, Sinnbild für bedingungslose Treue und Loyalität, zeigt Zivilcourage und  tritt – auch auf die Gefahr hin, seinen Menschen zu erzürnen -für eines der höchsten demokratischen Güter, die Freiheit, ein und wird dennoch oder gerade deshalb just von seinem Menschen mit einer saftigen Portion Fisch belohnt.

 

Quellenangabe des Films

Antony, Manu (2015): Vicky. Indien. 10 min.

Veröffentlicht in Hund und Job, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Ideen für den Unterricht, Lesehund, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Tricks, Unterricht

Pimp my Glücksrad I: Hundetauglichkeit verbessern

Glücksräder gibt es in idealer Größe für einen mittelgroßen Hund wie mich für ca. 20,- bis 40,- Euro in diversen Onlineshops (Frauchen hat mir dieses hier gekauft). Glücksräder sind leicht zu drehen und wenn du die Hundetauglichkeit verbesserst, hast du einen tollen Hundetrick für die Schule. Glücksräder lassen sich vielfältig im Unterricht oder in der Lese- sowie Sprachförderung einsetzen und bringen damit eine spielerische Komponente in die Erarbeitung eines neuen bzw. die Übung eines schon bekannten Stoffs ein. Für mich bietet sich wieder eine Gelegenheit für den aktiven Einsatz im Unterricht. Wer hierzu mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Literatur des Heftes Hundegestützte Sprach- und Leseförderung von Christina Grünig (vormals Schüßler). Die für den Heim- oder Schulgebrauch erhältlichen Glücksräder aus Holz haben jedoch drei Nachteile. Sie kommen zum einen recht schmucklos daher und sind zum anderen äußerst instabil. Insbesondere, wenn sie von einem hochmotivierten Hund gedreht werden sollen. So musste Frauchen beim Training das Rad immer festhalten, was in der Schule so natürlich nicht praktikabel ist. Es sind folglich diverse Modifikationen erforderlich, die ich euch in den folgenden Abschnitten erläutern werde.

Schwachstellen des Glücksrades

Für den Gebrauch mit einem Hund hatte unser Glücksrad drei Schwachstellen:

  1. die mangelnde Standfestigkeit,
  2. die Holzschraube in der Mitte des Rades sowie
  3. der „Schnarrer“, welcher das Rad bremst.

Diese drei Parameter hat Frauchen gemeinsam mit meinem Großherrchen – im Folgenden sei er hier Bruno genannt – erfolgreich an meinem Glücksrad modifiziert.

 

Standfestigkeit

Das Glücksrad stand lediglich auf einem Kreuzständer aus Holz. Schon wenn Frauchen das Rad drehte, war das eine sehr wacklige Angelegenheit. Da ich immer sehr engagiert bei der Sache bin, mussten für mich bezüglich der Standfestigkeit zwei Dinge geändert werden: Zum einen hat Bruno ein großes Brett besorgt und den Kreuzständer darauf fest verschraubt. So konnte das Glücksrad nicht mehr umkippen. Das war schon mal gut. Nun ergab sich jedoch beim Training mit mir eine neue Herausforderung: Es rutschte! Frauchen hat dann eine Anti-Rutsch-Matte aus dem Baumarkt auf die richtige Größe zurechtgeschnitten und diese mit der Heißklebepistole auf der Unterseite des Holzbrettes befestigt.

Anti-Rutsch-Matten gibt es in jedem Baumarkt in verschiedenen Farben und Ausführungen. Ich habe mich für die grüne entschieden, weil sie kleiner ist und ich so die große weiße nicht zerschneiden muss.

 

Damit das Glücksrad nicht auf dem Schulboden verrutscht, solltest du dir eine Anti-Rutsch-Matte im Baumarkt besorgen und diese unter dein Glücksrad kleben. Sie lassen sich gut mit einer Heißkleberpistole anleimen.

Im Anschluss hat sie die Matte über den Schrauben mit einem Cutter entfernt, so dass man immer an die Schrauben herankommt. So steht das Glücksrad bombenfest!

 

Die Holzschraube

Die Holzschraube in der Mitte des Rades hat Bruno durch eine Metallschraube mit einer Unterlegscheibe ersetzt. Das hat gut gehalten. Beim Training jedoch zog sich die Schraube durch das Drehen des Rades entweder fest oder sie löste sich und das Rad fing an zu eiern. Frauchen und ich sind im Baumarkt kompetent beraten worden und wir haben nun eine Schraube mit einer selbstsichernden Mutter im Glücksrad eingebaut.

Eine stabile Schraube für Schulhund Käpt´n Jacks Gklücksrad.

 

Der „Schnarrer“

Der Schnarrer brach bei uns schon ab, nachdem Frauchen viermal das Rad gedreht hatte. Ich war da noch gar nicht am Zug gewesen! Dieses Plastikteilchen ist also ein Graus. Wir haben ihn durch einen Kabelbinder ersetzt, welcher nun schon ewig hält.

Der Schnarrer oder Stopper brach schon nach wenigen Benutzungen ab, also muss auch hier ein besseres Konzept her. Die Lösung bringt ein einfacher Kabelbinder.

 

Fazit

Wenn ihr diese kleinen Maßnahmen durchführt, habt ihr mit relativ wenig Zeitaufwand ein tolles Glücksrad und könnt mit einem neuen Trick eure Schüler und Schülerinnen beeindrucken. Der Trick ist aber auch toll, wenn ihr einfach einen lernbegierigen Hund habt und ihn bei einem Spieleabend einmal drehen lassen wollt.

 

Pimp my Glücksrad II – Ausblick

Damit Frauchen das Unterrichtsmaterial gut befestigen kann und es sich beim Drehen nicht durch die Fliehkraft in alle Richtungen verteilt, hat sie unser Rad magnetisch gemacht. Wie das geht, erkläre ich euch ein anderes Mal – versprochen!

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Blogparade, Hund und Job, Hundeberufe, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Lesehund, miDoggy Parade, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Unterricht, Voraussetzungen, wertvolle Tipps

Lehrer auf vier Pfoten – gesetzliche Voraussetzungen für den Hund in der Schule! Hund und Job – wie geht das? [miDoggy Parade]

Um als Lehrer auf vier Pfoten arbeiten zu dürfen, müssen zunächst eine Menge bürokratische Hürden genommen und die gesetzlichen Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen werden. Im Folgenden werde ich von den notwendigen Schritten berichten.

Die privaten Voraussetzungen klären

Wie viel ihr privat für den Einsatz eines Schulhundes vorbereiten müsst, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ihr euch für euer Schulhundprojekt erst einen geeigneten Hund anschaffen werdet oder ob ihr euren Alltag schon mit einem Hund teilt.

Im ersten Fall muss das Projekt zum einen mit Familie und/oder der Lebenspartner_in abgestimmt und zum anderen eine Genehmigung für die Hundehaltung beim Vermieter eingeholt werden. Unabdingbar ist auch ein Plan B, wenn der Hund krank oder für den Schuldienst irgendwann nicht mehr geeignet sein sollte und folglich zu Hause bleiben muss bzw. möchte.

Da mein Frauchen von Anfang an den Wunsch hatte, mich zum Schulhund auszubilden und ich explizit für den Schuldienst ausgesucht wurde, stand Frauchen zunächst der Weg zum Vermieter bevor. Da damals – ich war ja noch gar nicht auf der Welt – Frauchen schon zwei Katzen als Mitbewohnerinnen hatte, bestand bei ihr die berechtigte Befürchtung, dass der Vermieter die Genehmigung eines Hundes mit den Worten „Liebe Frau H., bitte machen Sie aus unserer Wohnung keinen Zoo!“ ablehnen würde. Zum Glück ist jedoch alles gut gegangen und nur wenige Tage nach dem Absenden des Genehmigungsersuches lag die positive Antwort im Briefkasten.

Rani und Safira bei einem Besuch in Berlin.
Rani und Safira waren vor mir da. Ich zog also – nach Genehmigung des Vermieters – als Welpe in eine Dreier-WG ein.

Sind diese Schritte erledigt, dann gilt es, die zahlreichen bürokratischen Hürden der Institution Schule nach und nach zu überwinden.

Die institutionellen Voraussetzungen schaffen

Hamburg verfolgt das Konzept der selbstverwaltenden Schule. Konkret bedeutet dies, dass die Schulleiter_in über die Belange ihrer Schule im Großen und Ganzen selbst entscheidet. Sie führt Bewerbungsgespräche mit potentiellen neuen Lehrer_innen und genehmigt ebenfalls an der Schule stattfindende Projekte. Bei der Genehmigung eines Schulhundes ist die Schulleiter_in also die oberste Instanz.

Der Termin bei der Schulleitung

Dieser Termin ist zweifelsohne der wichtigste in dem nun zu erledigenden Genehmigungsmarathon und ihr solltet in jedem Fall gut vorbereitet sein! Sind an eurer Schule schon Schulhunde vorhanden und die Erfahrungen mit ihnen gut, wird eine Genehmigung wahrscheinlich sein. In unserem Falle gab es noch keinen Hund an der Schule. Außerdem behauptete die eine oder andere Kolleg_in, dass Frauchens damaliger Chef Angst vor Hunden habe. Dieses Gerücht hat sich in den Folgejahren nicht bestätigt, dennoch war es für Frauchen erst einmal ein Anlass, sich gut vorzubereiten. So ging sie zur Schulhündin Molly in den Unterricht und schaute sich die Arbeit mit einem Hund erst einmal genauer an. Schnell zeigte sich, dass Molly die beliebteste Lehrerin und Kollegin überhaupt war. Auch die Schulleiterin der Schule Am Heidberg, Mollys Arbeitsplatz, war von ihrer vierbeinigen Mitarbeiterin sehr angetan. Mit dieser Erfahrung und einer mit wissenschaftlichen Argumenten gespickten PowerPointPräsentation im Gepäck ging es zum Termin mit Frauchens damaligem Schulleiter.

Die Gesamtlehrerkonferenz

Schulhund Käpt´n Jack lauscht aufmerksam den Ausführungen seiner Schulleitung
Da beißt die Maus keinen Faden ab: Lehrer müssen an Konferenzen teilnehmen – dies gilt auch für Lehrer auf vier Pfoten!

Habt ihr die Genehmigung eurer Schulleitung in der Tasche, solltet ihr eure Kolleg_innen auf der nächsten Gesamtlehrerkonferenz (GLK) über das tierische Projekt informieren. Auch hier ist eine gute Vorbereitung wichtig, denn euer Kollegium muss das Projekt tragen! Einen Hund in ein Kollegium mit wenig Akzeptanz einzuführen, wird voraussichtlich vielfältige Probleme schaffen und euer Wohlbefinden an der Schule nachhaltig beeinträchtigen. Bei diesem Termin solltet ihr auch erfragen, ob das Kollegium einen Hund im Lehrerzimmer akzeptiert. Lehnt auch nur eine Kolleg_in den Hund im Lehrerzimmer ab, darf dieser den Raum nicht betreten und muss anderweitig untergebracht werden! Wenn ihr euren Hund nicht ständig irgendwo allein warten lassen wollt, bedeutet dies auch für euch einen eingeschränkten Zugang zum Lehrerzimmer und eine gewisse ‚Heimatlosigkeit‘.

Hinzu kommen die vielen an der Schule üblichen Konferenzen, die an der einen oder anderen Schule lang dauern können und während derer euer Hund sicher sowie geborgen irgendwo untergebracht werden muss. Finden diese Konferenzen im Lehrerzimmer statt, gibt es auch diesbezüglich ein organisatorisches Problem und ihr solltet in diesem Fall unbedingt abwägen, ob ihr diese Unannehmlichkeit auf die Dauer akzeptieren könnt.

Ich empfehle dringend schon jetzt die Einsatzbedingungen für euren Hund zu klären! Schnell ist die Begeisterung für einen Hund groß und viele Kolleg_innen möchten sich diesen einmal ‚ausleihen‘ und von der Wunderwaffe, die selbst die unruhigsten Schüler_innen in sanfte Schäfchen verwandelt, profitieren. Hier solltet ihr unmissverständlich klar stellen, dass der Hund nur mit euch im Team einsetzbar ist. Ihr habt die Aufsichtspflicht des Hundes, ihr seid als Halter immer verantwortlich für das Tier!

Ich habe Glück und darf in das Lehrerzimmer, wo ich einen Kennel zu stehen habe. Somit ist für mich ein fester Platz reserviert, an dem ich – geschützt und sicher vor versehentlichen Tritten oder ständigem Streicheln – zwischen meinen Einsätzen entspannen kann. Da unsere Konferenzen oft auch in anderen Räumen stattfinden, hat Frauchen außerdem einen transportablen und faltbaren Kennel in der Schule. Diese mobile Hundehütte bietet mir immer und überall einen Rückzugsort.

Mit diesem letzten Schritt sind die schulinternen Parameter weitestgehend geklärt und die Eltern müssen ins Boot geholt werden.

 

Die Eltern

Steht schon fest, in welcher Lerngruppe der Hund eingesetzt wird, solltet ihr die Eltern der betreffenden Kinder z.B. auf einem Elternabend informieren und um schriftliche Erlaubnis bitten. Auch hier gilt wiederum, dass ALLE Eltern einverstanden sein müssen. Ist dies nicht gegeben, kann der Hund in dieser Lerngruppe nicht eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund sind eventuelle Ängste, Allergien und religiöse Aspekte schon im Voraus zu berücksichtigen.

Oft lädt der Elternrat die Lehrer der Schule einmal im Jahr ein. Bei uns an der Schule gibt es z.B. das jährliche Elternratsgrillen. Hier könnt ihr euren Hund, wenn ihr euren Schulhund in spe schon besitzt, unkompliziert einfach mal mitnehmen und die erste Reaktion auf das Tier beobachten.

Ein anderer Weg, die hundegestützte Pädagogik an eurer Schule zu etablieren, ist das Schulprogramm. Ist die hundegestützte Arbeit im Schulprogramm verankert, entfällt das Einholen der Erlaubnis durch die Eltern. Möchtet ihr diesen Weg gehen, solltet ihr bedenken, dass ein Schulprogramm durch die Gesamtlehrerkonferenz, den Elternrat und die Schulkonferenz genehmigt werden muss. Dies bedarf einer langfristigen Planung!

 

Die Kinder

Sind all diese Hürden erfolgreich genommen, solltet ihr die Kinder informieren. Hier besteht das geringste Risiko, dass euer Projekt nun noch scheitert. In der Regel wird der neue Lehrer im Klassenteam mit großer Begeisterung aufgenommen und voller Ungeduld erwartet!

Herzlichen Glückwunsch! Nun kann es – endlich! – auf die Suche nach einem geeigneten Kollegen auf vier Pfoten gehen!

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Forschungsprojekt zur Schülermotivation von Anna

War das heute ein schöner Tag! Ich habe eine neue Freundin – Anna! Sie habe ich heute kennengelernt, da sie im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Forschungsprojekt zur Schülermotivation durchführt und mich an der Stadtteilschule Meiendorf besuchte. In ihrer Arbeit vergleicht sie meine Klasse – also die 9b – mit einer Parallelklasse und geht der Frage nach, ob die Gruppe mit Hund motivierter ist als die Gruppe ohne Hund. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Anna besuchte mich für Ihr Forschungsprojekt zur Schülermotivation.
Meine neue Freundin Anna und ich auf dem Schulhof. Foto: Anja H.

Ich glaube, meine Klasse mochte die Anna auch (ist aber auch eine Sympathische!), denn meine Schüler haben sich vorbildlich verhalten und Frauchen hat eine Sternstunde* vergeben. Anna hat zum einen mich mit meinen Schülern beobachtet und zum anderen eine Umfrage jeweils in meiner sowie in einer Parallelklasse gemacht. Im Anschluss haben Frauchen und ich noch ein kleines Interview gegeben. Nun warten wir gespannt auf die Auswertung und die fertige Arbeit.

Das ist nun schon die zweite wissenschaftliche Arbeit über mich!

 

Weil Anna auch etwas sehen sollte, habe ich beim gemeinsamen Lesen eines Textes die Schüler aufgerufen. Meine Leckerchen, die ich (ihr könnt das im Video oben sehen) gegen den Knochen tausche, haben offensichtlich so schmackhaft gerochen, dass Flo einfach eines probiert hat!!! Blass wurde ich vor Entsetzen! Zu allem Unglück hat es ihm auch noch geschmeckt… Unglaublich! Ich muss mir da was überlegen, der isst mir die ja womöglich noch weg!!!!!

*Bei 50 Sternstunden ist ein Ausflug versprochen.

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Doku „Prison Dogs. Hunde im Knast“ – Rezension und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Die Dokumentation Prison Dogs. Hunde im Knast von Perri Peltz und Geeta Gandbhir zeigt ein ungewöhnliches Projekt in einem US-amerikanischen Gefängnis, in dem Assistenzhunde für traumatisierte Kriegsveteranen ausgebildet werden. Die 45-minütige Reportage begleitet die Gefängnisinsassen, die Projektleiter_innen sowie vier Labradorwelpen während der zweijährigen Ausbildung und endet mit deren Übergabe  an die Soldat_innen.

Filmplakat zur Dokumentaion „Prison Dogs“. Quelle: Facebookseite von Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Die Dokumentation besteht zunächst aus zwei Handlungssträngen, die nach ca. 30 Minuten zusammengeführt werden. Der erste Handlungsstrang beleuchtet die Ausbildung der Hunde durch die Häftlinge und der Hundetrainerin Gloria Gilbert Stoga, der zweite beschreibt die Realität der Kriegsveteranen.

Prison dogs. Hundeschule im Knast ist noch bis zum 09.04.2017 in der ZDF-Mediathek  verfügbar. Danach kann die Sendung gegen eine Gebühr beim ZDF bestellt werden: ZDF Bestellservice, ZDF-Straße 1, 55127 Mainz, 02225-926185, programmservice@zdf.de

Die Originalfassung in englischer Sprache ist über Amazon erhältlich.

Die Altersfreigabe liegt bei sechs Jahren.

 

Die Häftlinge und Zeit der Ausbildung

Prison Dogs beginnt mit der Übergabe der kleinen Labradorwelpen an die Gefängnisinsassen, welche die Hunde über die nächsten zwei Jahre zu Assistenzhunden ausbilden werden. Den zu langen Haftstrafen verurteilten Männern steht schon in den ersten Szenen die Aufregung, Vorfreude und das Lachen ins Gesicht geschrieben.

Ein „Puppy Behind Bars“. Quelle: Facebookseite Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Während der Reportage kommen nach und nach die mit der Ausbildung betreuten Männer zu Wort und es wird schnell deutlich, dass es sich hier um ‚wirklich harte Jungs‘ handelt, die nicht aufgrund eines Kavalierdeliktes einsitzen müssen. Zugleich erfährt der Zuschauer, was für eine immense Bedeutung die Teilnahme an diesem Projekt und die damit verbundene Möglichkeit, eine andere Seite von sich zeigen zu können, für diese Männer hat. Da ist zum Beispiel Luis Diaz, der seit seinem neunzehnten Lebensjahr wegen Mordes inhaftiert ist und nun Murphy ausbilden wird. Er sehe das Projekt als eine zweite Chance, etwas richtig zu machen (Peltz/Gandbhir 2017: 03:45). Sein Kollege Luis Martinez reflektiert, dass er noch nie etwas großgezogen habe, denn er kenne nur seinen ältesten Sohn. Er wolle beweisen, dass er diese Aufgabe bewältigen könne. Nun sei es seine Aufgabe, seinem Hund Fethra die Liebe zu geben, die das Tier brauche (Peltz/Gandbhir 2017: 04:10-04:55).

Unterbrochen werden die Portraits der Insassen durch das Training der Hunde. Es wird gezeigt, wie die Fellnasen bei einem Albtraum ihres Menschen das Licht anschalten sowie ihnen ggf. die Decke wegziehen. So unterbrechen sie den kräftezehrenden Traum und holen den Betroffenen in die Realität zurück. Ebenso lernen sie den Notruf zu aktivieren.

Während einer dieser Trainingseinheiten wird auch die beeindruckende Persönlichkeit und Hundetrainerin Gloria Gilbert Stoga eingeführt. Sie ist von den Bildern des Krieges schockiert und beschließt etwas zu tun. Schließlich initiiert sie das Projekt Puppies Behind Bars. Mit imposanter Konsequenz, Courage und Klarheit leitet sie ihre sechsbeinigen Teams im Training an und scheut sich nicht  – wie im Laufe der Sendung gezeigt wird – auch schwere Entscheidungen zu treffen. Aufgrund ihrer Strenge und Konsequenz zollen ihr die Häftlinge höchsten Respekt (Peltz/Gandbhir 2017: 10:43-12:40).

Luis Martínez mit einem Kollegen in der Dokumentation Prison Dogs. Quelle: Facebookseite Prison Dogs Film https://de-de.facebook.com/PrisonDogsFilm/

Die Veteranen

Nach den ersten fünfzehn Minuten werden die Veteranen eingeführt. Mark Beam, ein im Afghanistankrieg traumatisierter Soldat, erleidet einen Flashback und springt schließlich mit einer Schrotflinte bewaffnet durch ein geschlossenes Fenster. Ein Vorfall, der Mark und seine Familie nachhaltig bewegt und die erschreckenden Folgen einer Traumatisierung verdeutlicht. Die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hat das Leben der Familie vollständig verändert. Mark leidet unter den typischen Symptomen wie Depressionen, schweren Albträumen und Mühe bei der Bewältigung des Alltages. Tracy Pennycuick hat in Kuweit gedient und ist ebenfalls mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert worden, welche sich in Ängsten und sozialem Rückzug äußert. Ihr wird es besonders schwerfallen, das Gefängnis für das Übergabetraining zu betreten.

 

Die Übergabe der Hunde  

Während die Trainer sich auf das Loslassen ihrer Hunde vorbereiten müssen, haben Mark und Tracy nun die große Aufgabe, sich auf das Leben mit einem PTBS-Servicehund einzulassen. Über zwei Wochen werden sie mit einem gemeinsamen Training im Gefängnis auf ihre tierischen Begleiter vorbereitet. Für die Zwei bedeutet dies auch, sich ihren Ängsten zu stellen und dass sie sich – allein schon durch die Begleitung des Hundes –  in der Öffentlichkeit zu ihrem Handicap bekennen müssen. In Rollenspielen, die auf Reaktionen der Mitmenschen in Alltagssituationen vorbereiten sollen, wird genau diese Problematik insbesondere für Mark deutlich.

 

Die Dokumentation im Schulunterricht

Prison Dogs. Hunde im Knast ist vielfältig im Unterricht einsetzbar. Dabei kann die Reportage sowohl in Intervallen als auch im Ganzen gesehen werden. Des Weiteren kann sie zum einen in Unterrichtseinheiten zum Thema „Heim- und Haustiere“ oder zum Thema „Hundeberufe“ integriert werden.

Aufgaben für fächerübergreifenden Unterricht

  • Erläutere die Wirkung von Hunden auf Menschen am Beispiel einer in der Dokumentation portraitierten Person. Dies kann ein Ausbilder  oder ein Soldat sein. Denke an eine Einleitung, in der du die von dir ausgewählte Person vorstellst und an einen Schlussteil, der deine Beobachtungen zusammenfasst. Nimm zu dem Projekt Stellung!
  • Mark und Tracy merken schnell, dass es ihnen besser geht. Überlege, welche Verbesserungen sich noch durch das gemeinsame Leben mit dem Hund einstellen werden. Einige Hinweise geben dir die eingeübten Fähigkeiten der Hunde.
  • Das Leben von Mark und Tracy wird sich nun sehr verändern. Beschreibe, wie sich ihr Leben durch den Hund verändern wird. Hast du einen Hund oder sogar mehrere? Wie hat sich dein Leben dadurch verändert? Was sind Vor- und Nachteile bei der Hundehaltung?

Deutsch

  • Charakterisiere eine in der Reportage vorgestellte Person. Erkläre dabei, was dich an der Person überrascht hat und erläutere, ob und wie das Projekt diese Person verändert oder beeinflusst hat. Denke bitte an eine Einleitung und an einen Schlussteil, der deine Ergebnisse zusammenfasst.
  • In den ersten Szenen des Films lernen die Hunde ihre Ausbilder kennen. Sowohl für die Hunde als auch für die Menschen ist das ein aufregender Moment. Versetze dich in die Lage eines Hundes oder eines Menschen und schreibe zu dem ersten Treffen einen inneren Monolog.
  • Nach der Ausbildung lernen die Hunde ihre neuen Besitzer_innen kennen. Sowohl für die Hunde als auch für die Menschen ist das ein aufregender Moment. Versetze dich in die Lage eines Hundes oder eines Menschen und schreibe zu der ersten Begegnung einen inneren Monolog.
  • Stell dir vor, du bist ein Gefängniswärter und beobachtest die Ausbilder bei ihrer Arbeit mit den Hunden. Schreibe in einem inneren Monolog deine Gedanken auf!
  • Du bist Reporter einer Tageszeitung und hast von dem Projekt gehört. Dich fasziniert die Idee so sehr, dass du einen Artikel darüber schreibst.
  • Du bist Reporter einer Tageszeitung und hast von dem Projekt gehört. Dich fasziniert die Idee so sehr, dass du in das Gefängnis fährst und dort ein vorbereitendes Interview für einen Zeitungsartikel führst. Wähle eine Person aus.
  • Stell dir vor, du bist einer der Regisseure der Dokumentation. Nach ihrer Entlassung besuchst du die Ausbilder und filmst eine Fortsetzung der Reportage. Was ist aus den Männern geworden? Wie sprechen sie heute von dem Projekt. Verwende die Kamera in deinem Handy und erstelle eine fünfminütige, fiktive Folgedokumentation zu der gesehenen. Denk an einen Vor- sowie Abspann.
  • Stell dir vor, du bist einer der Hunde und schon sehr alt. Du blickst auf dein Hundeleben mit deinem Veteranen zurück. Schreibe einen Aufsatz von ca. einer Din-A4-Seite.

Englisch

Der Film ist bei Amazon in der englischen Originalfassung erhältlich! Viele der oben genannten Aufgaben sind auch im Englischunterricht umsetzbar!

Andere Fremdsprachen/Neue Medien

  • Mediation in die jeweilige Zielsprache durch das Verfassen von Untertiteln.

Berufsbildende/-orientierende Fächer

  • Die Bundeswehr ist für viele ein attraktiver Arbeitgeber, der viele Chancen und Möglichkeiten bietet. Informiere dich über den Tätigkeit des Soldaten und erläutere Chancen und Risiken des Berufes.

Darstellendes Spiel

  • Stell dir vor, du bist einer der Regisseure der Dokumentation. Nach ihrer Entlassung besuchst du die Ausbilder und filmst eine Fortsetzung der Reportage. Was ist aus den Männern geworden? Wie sprechen sie heute von dem Projekt. Verwende die Kamera in deinem Handy und erstelle eine fünfminütige, fiktive Folgedokumentation zu der gesehenen. Denk an einen Vor- sowie Abspann.

PGW/Philosophie/Ethik (Oberstufe)

  • Lektüre Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Berlin: Suhrkamp mit anschließender Reflektion über die Chancen und Grenzen von Gefängnissen.
  • Einbettung in eine kritisch-hinterfragende Unterrichtseinheit zum Sinn und Unsinn von Kriegen.

 

Fazit

Prison Dogs hat mich – obwohl ich von dem Projekt schon wusste – in vielerlei Hinsicht nachhaltig beeindruckt, denn sie macht Hoffnung! Schon nach kurzer Zeit bemerken sowohl die ausbildenden Männer als auch die Veteranen durch den Kontakt mit den Hunden eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Die Dokumentation ist klug aufgebaut. Durch die erste Begegnung mit den Welpen und die ehrliche Aufregung der Insassen wirken diese sofort sympathisch. Die Tatsache, dass sie schwere Straftaten begangen haben, tritt auch im Verlauf der Dokumentation völlig in den Hintergrund. Dies ermöglicht beim Zuschauer eine sonst kaum herzustellende Offenheit gegenüber den Insassen des Gefängnisses. Es ist eine Freude zu sehen, wie die ‚harten Jungs‘ in die motivierende Hundeintonation fallen und sich auf ihre neuen Fellfreunde einlassen können. Der Zuschauer kann dadurch die portraitierten Menschen als das wahrnehmen, was sie in erster Linie sind: Menschen. Auf diesem Wege gibt der Zuschauer  – wenn auch nicht im direkten Kontakt – den Ausbildern die so dringend  zweite Chance.

Beeindruckend sind auch die Gedanken der Männer zu ihren Taten und zu dem Projekt. Und genau mit diesen Gedanken wirft der Film schließlich am Ende die von Luis Diaz gestellte ethische und gesellschaftliche Fragen auf: Dürfen die Ausbilder auf ihre Leistung, die sie mit dem Training der Assistenzhunde umgesetzt haben, die jedoch zugleich einem schweren Verbrechen – ohne dieses wären sie nicht in dem Projekt – entsprungen ist, stolz sein? Oder ist mit einer gravierenden Tat das Recht auf Stolz sowie Anerkennung einer großartigen Leistung verwirkt?

Jedoch bekommen nicht nur die Ausbilder eine zweite Chance. Auch die Veteranen brauchen und bekommen diese: Sie können erwiesenermaßen ihre Lebensqualität erheblich steigern. Und auch traumatisierten Menschen fällt es aufgrund ihrer Erlebnisse schwer, sich emotional auf andere einzulassen. Der Hund mit seiner Treue und Unvoreingenommenheit kann sowohl für die Gefängnisinsassen als auch die Soldat_innen ein wesentlicher Schritt wenn nicht zur Heilung, doch zumindest zur Besserung sein.  

Quellenangabe zum Film

Peltz, Perri und Gandbhir, Geeta (2017): Prison Dogs. Hunde im Knast. Mainz: ZDFinfo. 45 Minuten.

 

Weiterführende Informationen:

Eckhardt, Carmen (2010): tag 7. Ex-Soldat im Friedenseinsatz. Köln: WDR

Eekmann, Piet (2008): PTBS – Unsichtbar verwundet. Mainz: ZDF, in Zusammenarbeit mit Arte TV

Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Berlin: Suhrkamp.

N.N. (ohne Jahr): Die Story. Irak-Trauma. US-Soldaten berichten. Ohne Ort: Arte TV.

Schultes, Bea (2017): PTBS-Assistenzhund Valentino. Beas Bärenbrüder. http://www.assistenzhund-valentino.de/ Beilstein. Letzter Zugriff: 11.03.2017

Sedlatzek-Müller (2012): Soldatenglück. Mein Leben nach dem Überleben. Hamburg: Edel Germany.

Singer, Herbert und Radoiu, Adrian (ohne Jahr): Wenn die Seele schreit – der Film. ohne Ort: PIZ-TV Sanitätsdienst. https://ptbs-hilfe.de/kopf-und-seele/filmportraet.html

Thomas, Claude AnShin (2008): Am Tor zur Hölle. Der Weg eines Soldaten zum Zen-Mönch. Stuttgart: Theseus.

Verein zur Förderung hundegestützter Interventionen bei Traumatisierung und PTBS e.V. (ohne Jahr): H.I.T Hunde – Hundegestützte Interverntion (bei) Trauma. Internetseite des Vereins. http://hit-hunde.com/ Leverkusen. Letzter Zugriff: 11.03.2017