Veröffentlicht in hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Ideen für den Unterricht, Lesehund, Motivation, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Unterrichtsmaterial, Unterrichtsmaterialien, Unterrichtsvorschläge, wertvolle Tipps

Einkaufstip: Tiger Shop

Im Tiger Shop können Schul- und Therapiehunde sowie ihre zweibeinigen Kolleg*innen zuschlagen. Der Hit sind die Eisförmchen für sage und schreibe 1,-€ bekommt ihr 4 (!) Packungen, beteuerte die Mitarbeiterin. Und für die Eisförmchen haben wir doch gerade in eine der vielen Facebookgruppen einen tollen Tipp gesehen. Das Beste: Die Förmchen stehen auf kleinen Plastikbrettchen, machen also einen einigermaßen stabilen Eindruck.

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Buchstaben für 1,-€/Stück

Gefallen haben mir auch die Buchstaben. Anwendbar sind sie z. B.  mit dem Dog-TV nach Christina Grünig. Man kann sie auch irgendwo aufkleben, auf der Rückseite befindet sich ein kleines Klebepad.

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Eisförmchen zum unschlagbaren. Preis von 4 für 1,-€

 

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Stapelbarer Würfel für 6,-€

 

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Puzzle mit Hunden (?) für 5,-€

 

Viel Spaß beim Shoppen wünscht der Käpt´n!

 

Veröffentlicht in ColeCanido, Hund und wir, Hundeberufe, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Praxisseminar II, PSII, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Unterricht

Vielen Dank für das inspirierende Praxisseminar II

Esmo buzzert wie kein anderer! Foto: Anja H.

 

Tricksende Hunde

 

Beeindruckt bin ich, der Käpt´n, ganz und gar

von heut´gem Praxisseminar.

 

Es kamen sieben schlaue Hunde

mit vielen Ideen im Bunde.

 

Boe, das schöne Burgfräulein,

stupst ´nen Würfel gar nicht klein.

 

Das zarte Fräulein Krause

macht mit Farbklötzern eine Sause.

 

´Nen Parcours mit Schildern kann die Emma,

souverän, kennt sie da kein Dilemma.

 

Mit Bobs gibt´s Yoga ohne Gezeter

und dazu noch schicke Zeilometer.

 

Balancieren ist ein Klecks

entlang ´ner Schnur für Schulhund Keks.

 

Esmo, der hübsche Schäferhund,

mit ´nem Würfel treibt er´s bunt.

 

Mit Rucksack ist bei Schülern ganz fix,

Morla, unser Labbi-Mix.

 

Jeder dieser Hunde hat ´nen Trick,

dazu ´nen Traummensch, was für´n Glück!

 

Liebe Teilnehmerinnen,

das Wochenende mit euch war großartig! Kommt gut nach Hause und habt eine angenehme Woche!

Euer Käpt´n.

 

 

 

 

Veröffentlicht in Deutsch, Download, Englisch, Film, Gesellschaft, Ideen für den Unterricht, Politik, Schule, Tierschutzunterricht, Unterricht, Unterrichtsmaterial, Unterrichtsmaterialien, Unterrichtsvorschläge, Wolf

Isegrim im Unterricht: Materialien zur Rückkehr des Wolfes

Jüngst sorgte ein gesichteter Wolf auf dem zugefrorenen Lütjensee bei Hamburg für Aufregung. Diese und andere Sichtungen bestätigen immer wieder, dass der Wolf nun endgültig nach Deutschland zurückgekehrt ist. Auch wenn die in Deutschland bestätigten Populationen des Wolfes noch als fragil beschrieben werden müssen, polarisiert Isegrim bereits die Gesellschaft. Während die Befürworter des Caniden diesen unter bedingungslosen Schutz stellen möchten, plädieren seine Gegner für eine Abschusserlaubnis. Vor diesem Hintergund ist es dringend notwendig, dass der Wolf mit seiner zunehmenden Verbreitung in Deutschland auch in unsere Schulen zurückkehrt und über ihn jenseits der Märchengeschichten gesprochen wird. Der Hessische Bildungsserver, aber auch der Nabu sowie andere Institutionen, wie z.B. die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V., haben dieser Notwendigkeit mit einer Reihe an Unterrichtsmaterialien nun Rechnung getragen.

Unterrichtmaterialien zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland

Infografik Wolf
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des WWF Deutschland.

Der Hessische Bildungsserver hat eine umfangreiche Sammlung mit Unterrichtsmaterialien zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland zusammengestellt, die ich euch ans Herz legen möchte. Sie umfasst u. a. ein Wolfsquiz, ein Lernspiel zum Wolf und verweist auf die Seite der Freunde freilebender Wölfe e.V., wo ebenfalls vielfältiges Material zum Wolf erhältlich ist.

Insbesondere das Video Rotkäppchen reloaded, welches von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. in Auftrag gegeben wurde, geht auf die unterschiedlichen Positionen dem Wolf gegenüber ein. Die Inhalte des ca. 12-minütigen Kurzfilms sind der jugendlichen Zielgruppe entsprechend aufbereitet. Inhaltlich räumt es zum einen mit Vorurteilen auf und erläutert zum anderen  Lösungsmöglichkeiten für Landwirte. So werden z. B. die Herdenschutzhunde Ben und Frieda vorgestellt sowie erklärt, wie dem Wolf beim Heimischwerden in Deutschland geholfen werden kann. Nach der Vorführung des Filmes im Unterricht empfehle ich jedoch den dringenden Hinweis, dass Wölfe grundsätzlich keine Kuschel- sondern Raubtiere sind und bei einer Begegnung in freier Wildbahn immer Vorfahrt haben. Des Weiteren verweise ich immer auf die Notwendigkeit, den Familienhund bei einer Begegnung mit dem Wolf zu sichern und sich mit diesem vorsichtig zurückzuziehen.

Außerdem bietet der WWF, neben der hier verwendeten Infografik, auf seiner wunderschön aufbereiteten Internetseite weitere Materialien zum Wolf an.

Die hessischen Kolleg_innen verorten die unterrichtliche Behandlung des Wolfes in den Biologieunterricht. Meines Erachtens ist der Wolf jedoch viel stärker ein gesellschaftliches Thema, sodass ich den Wolf auch im Gesellschaftsunterricht sowie in Vertretungsstunden sehr gerne thematisiere. Dieser Komplexität des Themas „Wolf“ wird der Nabu mit seinen Downloads für die Schule gerecht. Er bietet Unterrichtmaterialien für die Fächer Biologie, Deutsch, Englisch und Politik an.

Viel Freude beim Unterrichten wünscht euch

der Käpt´n!

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Schüler*innen belohnen Rubbellosen

Jeden Menschen und jeden Hund beflügeln Anerkennung und Lob. In der Schule kommt dies häufig zu kurz: Als Lehrer*innen sind wir allein schon durch den Zwang zur Notenvergabe und die damit verbundenen Korrekturen von Klassenarbeiten sowie Tests viel zu oft auf Fehlersuche. Auch liegt bei Einladungen zu Elterngesprächen oder Briefen aus der Schule häufig ein Problem zu Grunde. Gute Gründe, um diesem Fokus auf den ‚Mangel‘ entgegenzuwirken:

Unser Schulplaner

Erfreulicherweise arbeiten wir an unserer Schule seit diesem Jahr mit einem Schulplaner. Jede Schülerin und jeder Schüler bekommt nun einen solchen von der Schule gestellt. Der Schulplaner, den wir – also die Schule – beim SPc-Verlag geordert haben,  soll das alltägliche Kommunikationsmittel zwischen der Schule, ergo uns Lehrer*innen, und dem Elternhaus darstellen. In diesem wirklich schönen Buch gibt es – m.E. zu weit hinten – auch Seiten für Stempel, die gute Leistung oder ‚gutes‘, gemäß der Lerntheorie ‚erwünschtes‘ Verhalten anerkennen. Ein Beispiel aus meinem Hundeleben: Hat Frauchen die Frisbee in der Hand, höre ich auf´s Wort. Für mich als Lehrer auf vier Pfoten bedeutet diese Seite, dass ich ein Verhalten oder eine gute Mitarbeit in einer Stunde schnell und unmittelbar mit einer positiven Konsequenz, in diesem Fall einem Stempel, belohnen kann!

Rundstempel
Der Stempel hat einen Durchmesser von 3cm und kann bei easyStempel erworben werden. Das Kissen mit der Tinte ist sehr leicht auszuwechseln.

Also wurde Frauchen so lange bezirzt, bis sie einen Stempel für mich bestellte. Dieser kam vor einigen Tagen an und tatsächlich konnte ich sogleich einige Stempel vergeben!

Wo bekommst du nun einen so schicken Stempel? Frauchen hat meinen bei easyStempel gekauft. Dort gab es Rundstempel, die einfach zu designen waren und eine Hundepfote anboten. Mir war ein Rundstempel wichtig, da die Vorlage im Schulplaner auf runden Stempeln basiert.

Zehn Stempel = ein Rubbellos

Hat nun ein Schüler oder eine Schülerin zehn meiner Stempel gesammelt, kann er oder sie ein Rubbellos ziehen. Auf diesem Rubbellos wiederum stehen Preise, die es zu gewinnen gibt. Nieten habe ich nicht im Sortiment.

Rubbellose
Dies sind meine Rubbellose mit einigen Preisen. Die Etiketten gibt es auch in silberner Farbe.

Als Preise befinden sich in einer großen Kiste, zur Zeit handelt es sich um folgende Dinge:

  • Gummitierchen,
  • Bleistifte,
  • Ketten,
  • Bälle,
  • ein Quartett,
  • Würfelbecher mit sechs Würfeln,
  • Kaugummi frei,
  • Hausaufgabengutscheine,
  • 4 allgemeine und nicht an ein Buch gebundene Zeilometer,
  • 5 Stofftiere,
  • Radiergummis,
  • Kugelschreiber,
  • Tattooblätter usw.

Allein die Ankündigung der Rubbellose löste schon Begeisterung bei den Schüler*innen aus und nun bin ich gespannt, wie lange es wohl dauern wird, bis das erste Los gezogen sowie eingelöst wird.

Rubbellose schnell selbst herstellen

Da meine Zeit äußerst knapp bemessen ist und ich mit meinen Pfoten auch eher ungeschickt bin, habe ich von der DIY-Variante, die der Betzold-Verlag vorstellt, abgesehen und Frauchen vorgeschlagen, dass wir selbstklebende Etiketten kaufen. Nun musste nur noch eine Vorlage erstellt werden, welche du dir über den Link gerne herunterladen kannst. Sie basiert auf den oben verlinkten Etiketten in der Größe 58mm x 35 mm. Nun musst du nur noch deine Preise eintragen, die Lose auf schönem Papier ausdrucken, die Etiketten aufkleben und schon kannst du loslegen!

Wie motivierst oder belohnst du deine Schüler*innen?

Natürlich bin ich gespannt auf deine Ideen und Belohnungssysteme. Ich freue mich, wenn du von der einen oder anderen Idee in den Kommentaren berichtest:

Welche Preise würdest du auf deine Rubbellose schreiben?

Wie belohnst du deine Schüler*innen?

Oder findest du, dass Belohnungen in der Schule nichts zu suchen haben?

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Pimp my Glücksrad I: Hundetauglichkeit verbessern

Glücksräder gibt es in idealer Größe für einen mittelgroßen Hund wie mich für ca. 20,- bis 40,- Euro in diversen Onlineshops (Frauchen hat mir dieses hier gekauft). Glücksräder sind leicht zu drehen und wenn du die Hundetauglichkeit verbesserst, hast du einen tollen Hundetrick für die Schule. Glücksräder lassen sich vielfältig im Unterricht oder in der Lese- sowie Sprachförderung einsetzen und bringen damit eine spielerische Komponente in die Erarbeitung eines neuen bzw. die Übung eines schon bekannten Stoffs ein. Für mich bietet sich wieder eine Gelegenheit für den aktiven Einsatz im Unterricht. Wer hierzu mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Literatur des Heftes Hundegestützte Sprach- und Leseförderung von Christina Grünig (vormals Schüßler). Die für den Heim- oder Schulgebrauch erhältlichen Glücksräder aus Holz haben jedoch drei Nachteile. Sie kommen zum einen recht schmucklos daher und sind zum anderen äußerst instabil. Insbesondere, wenn sie von einem hochmotivierten Hund gedreht werden sollen. So musste Frauchen beim Training das Rad immer festhalten, was in der Schule so natürlich nicht praktikabel ist. Es sind folglich diverse Modifikationen erforderlich, die ich euch in den folgenden Abschnitten erläutern werde.

Schwachstellen des Glücksrades

Für den Gebrauch mit einem Hund hatte unser Glücksrad drei Schwachstellen:

  1. die mangelnde Standfestigkeit,
  2. die Holzschraube in der Mitte des Rades sowie
  3. der „Schnarrer“, welcher das Rad bremst.

Diese drei Parameter hat Frauchen gemeinsam mit meinem Großherrchen – im Folgenden sei er hier Bruno genannt – erfolgreich an meinem Glücksrad modifiziert.

 

Standfestigkeit

Das Glücksrad stand lediglich auf einem Kreuzständer aus Holz. Schon wenn Frauchen das Rad drehte, war das eine sehr wacklige Angelegenheit. Da ich immer sehr engagiert bei der Sache bin, mussten für mich bezüglich der Standfestigkeit zwei Dinge geändert werden: Zum einen hat Bruno ein großes Brett besorgt und den Kreuzständer darauf fest verschraubt. So konnte das Glücksrad nicht mehr umkippen. Das war schon mal gut. Nun ergab sich jedoch beim Training mit mir eine neue Herausforderung: Es rutschte! Frauchen hat dann eine Anti-Rutsch-Matte aus dem Baumarkt auf die richtige Größe zurechtgeschnitten und diese mit der Heißklebepistole auf der Unterseite des Holzbrettes befestigt.

Anti-Rutsch-Matten gibt es in jedem Baumarkt in verschiedenen Farben und Ausführungen. Ich habe mich für die grüne entschieden, weil sie kleiner ist und ich so die große weiße nicht zerschneiden muss.

 

Damit das Glücksrad nicht auf dem Schulboden verrutscht, solltest du dir eine Anti-Rutsch-Matte im Baumarkt besorgen und diese unter dein Glücksrad kleben. Sie lassen sich gut mit einer Heißkleberpistole anleimen.

Im Anschluss hat sie die Matte über den Schrauben mit einem Cutter entfernt, so dass man immer an die Schrauben herankommt. So steht das Glücksrad bombenfest!

 

Die Holzschraube

Die Holzschraube in der Mitte des Rades hat Bruno durch eine Metallschraube mit einer Unterlegscheibe ersetzt. Das hat gut gehalten. Beim Training jedoch zog sich die Schraube durch das Drehen des Rades entweder fest oder sie löste sich und das Rad fing an zu eiern. Frauchen und ich sind im Baumarkt kompetent beraten worden und wir haben nun eine Schraube mit einer selbstsichernden Mutter im Glücksrad eingebaut.

Eine stabile Schraube für Schulhund Käpt´n Jacks Gklücksrad.

 

Der „Schnarrer“

Der Schnarrer brach bei uns schon ab, nachdem Frauchen viermal das Rad gedreht hatte. Ich war da noch gar nicht am Zug gewesen! Dieses Plastikteilchen ist also ein Graus. Wir haben ihn durch einen Kabelbinder ersetzt, welcher nun schon ewig hält.

Der Schnarrer oder Stopper brach schon nach wenigen Benutzungen ab, also muss auch hier ein besseres Konzept her. Die Lösung bringt ein einfacher Kabelbinder.

 

Fazit

Wenn ihr diese kleinen Maßnahmen durchführt, habt ihr mit relativ wenig Zeitaufwand ein tolles Glücksrad und könnt mit einem neuen Trick eure Schüler und Schülerinnen beeindrucken. Der Trick ist aber auch toll, wenn ihr einfach einen lernbegierigen Hund habt und ihn bei einem Spieleabend einmal drehen lassen wollt.

 

Pimp my Glücksrad II – Ausblick

Damit Frauchen das Unterrichtsmaterial gut befestigen kann und es sich beim Drehen nicht durch die Fliehkraft in alle Richtungen verteilt, hat sie unser Rad magnetisch gemacht. Wie das geht, erkläre ich euch ein anderes Mal – versprochen!

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Blogparade, Hund und Job, Hundeberufe, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Lesehund, miDoggy Parade, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Unterricht, Voraussetzungen, wertvolle Tipps

Lehrer auf vier Pfoten – gesetzliche Voraussetzungen für den Hund in der Schule! Hund und Job – wie geht das? [miDoggy Parade]

Um als Lehrer auf vier Pfoten arbeiten zu dürfen, müssen zunächst eine Menge bürokratische Hürden genommen und die gesetzlichen Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen werden. Im Folgenden werde ich von den notwendigen Schritten berichten.

Die privaten Voraussetzungen klären

Wie viel ihr privat für den Einsatz eines Schulhundes vorbereiten müsst, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ihr euch für euer Schulhundprojekt erst einen geeigneten Hund anschaffen werdet oder ob ihr euren Alltag schon mit einem Hund teilt.

Im ersten Fall muss das Projekt zum einen mit Familie und/oder der Lebenspartner_in abgestimmt und zum anderen eine Genehmigung für die Hundehaltung beim Vermieter eingeholt werden. Unabdingbar ist auch ein Plan B, wenn der Hund krank oder für den Schuldienst irgendwann nicht mehr geeignet sein sollte und folglich zu Hause bleiben muss bzw. möchte.

Da mein Frauchen von Anfang an den Wunsch hatte, mich zum Schulhund auszubilden und ich explizit für den Schuldienst ausgesucht wurde, stand Frauchen zunächst der Weg zum Vermieter bevor. Da damals – ich war ja noch gar nicht auf der Welt – Frauchen schon zwei Katzen als Mitbewohnerinnen hatte, bestand bei ihr die berechtigte Befürchtung, dass der Vermieter die Genehmigung eines Hundes mit den Worten „Liebe Frau H., bitte machen Sie aus unserer Wohnung keinen Zoo!“ ablehnen würde. Zum Glück ist jedoch alles gut gegangen und nur wenige Tage nach dem Absenden des Genehmigungsersuches lag die positive Antwort im Briefkasten.

Rani und Safira bei einem Besuch in Berlin.
Rani und Safira waren vor mir da. Ich zog also – nach Genehmigung des Vermieters – als Welpe in eine Dreier-WG ein.

Sind diese Schritte erledigt, dann gilt es, die zahlreichen bürokratischen Hürden der Institution Schule nach und nach zu überwinden.

Die institutionellen Voraussetzungen schaffen

Hamburg verfolgt das Konzept der selbstverwaltenden Schule. Konkret bedeutet dies, dass die Schulleiter_in über die Belange ihrer Schule im Großen und Ganzen selbst entscheidet. Sie führt Bewerbungsgespräche mit potentiellen neuen Lehrer_innen und genehmigt ebenfalls an der Schule stattfindende Projekte. Bei der Genehmigung eines Schulhundes ist die Schulleiter_in also die oberste Instanz.

Der Termin bei der Schulleitung

Dieser Termin ist zweifelsohne der wichtigste in dem nun zu erledigenden Genehmigungsmarathon und ihr solltet in jedem Fall gut vorbereitet sein! Sind an eurer Schule schon Schulhunde vorhanden und die Erfahrungen mit ihnen gut, wird eine Genehmigung wahrscheinlich sein. In unserem Falle gab es noch keinen Hund an der Schule. Außerdem behauptete die eine oder andere Kolleg_in, dass Frauchens damaliger Chef Angst vor Hunden habe. Dieses Gerücht hat sich in den Folgejahren nicht bestätigt, dennoch war es für Frauchen erst einmal ein Anlass, sich gut vorzubereiten. So ging sie zur Schulhündin Molly in den Unterricht und schaute sich die Arbeit mit einem Hund erst einmal genauer an. Schnell zeigte sich, dass Molly die beliebteste Lehrerin und Kollegin überhaupt war. Auch die Schulleiterin der Schule Am Heidberg, Mollys Arbeitsplatz, war von ihrer vierbeinigen Mitarbeiterin sehr angetan. Mit dieser Erfahrung und einer mit wissenschaftlichen Argumenten gespickten PowerPointPräsentation im Gepäck ging es zum Termin mit Frauchens damaligem Schulleiter.

Die Gesamtlehrerkonferenz

Schulhund Käpt´n Jack lauscht aufmerksam den Ausführungen seiner Schulleitung
Da beißt die Maus keinen Faden ab: Lehrer müssen an Konferenzen teilnehmen – dies gilt auch für Lehrer auf vier Pfoten!

Habt ihr die Genehmigung eurer Schulleitung in der Tasche, solltet ihr eure Kolleg_innen auf der nächsten Gesamtlehrerkonferenz (GLK) über das tierische Projekt informieren. Auch hier ist eine gute Vorbereitung wichtig, denn euer Kollegium muss das Projekt tragen! Einen Hund in ein Kollegium mit wenig Akzeptanz einzuführen, wird voraussichtlich vielfältige Probleme schaffen und euer Wohlbefinden an der Schule nachhaltig beeinträchtigen. Bei diesem Termin solltet ihr auch erfragen, ob das Kollegium einen Hund im Lehrerzimmer akzeptiert. Lehnt auch nur eine Kolleg_in den Hund im Lehrerzimmer ab, darf dieser den Raum nicht betreten und muss anderweitig untergebracht werden! Wenn ihr euren Hund nicht ständig irgendwo allein warten lassen wollt, bedeutet dies auch für euch einen eingeschränkten Zugang zum Lehrerzimmer und eine gewisse ‚Heimatlosigkeit‘.

Hinzu kommen die vielen an der Schule üblichen Konferenzen, die an der einen oder anderen Schule lang dauern können und während derer euer Hund sicher sowie geborgen irgendwo untergebracht werden muss. Finden diese Konferenzen im Lehrerzimmer statt, gibt es auch diesbezüglich ein organisatorisches Problem und ihr solltet in diesem Fall unbedingt abwägen, ob ihr diese Unannehmlichkeit auf die Dauer akzeptieren könnt.

Ich empfehle dringend schon jetzt die Einsatzbedingungen für euren Hund zu klären! Schnell ist die Begeisterung für einen Hund groß und viele Kolleg_innen möchten sich diesen einmal ‚ausleihen‘ und von der Wunderwaffe, die selbst die unruhigsten Schüler_innen in sanfte Schäfchen verwandelt, profitieren. Hier solltet ihr unmissverständlich klar stellen, dass der Hund nur mit euch im Team einsetzbar ist. Ihr habt die Aufsichtspflicht des Hundes, ihr seid als Halter immer verantwortlich für das Tier!

Ich habe Glück und darf in das Lehrerzimmer, wo ich einen Kennel zu stehen habe. Somit ist für mich ein fester Platz reserviert, an dem ich – geschützt und sicher vor versehentlichen Tritten oder ständigem Streicheln – zwischen meinen Einsätzen entspannen kann. Da unsere Konferenzen oft auch in anderen Räumen stattfinden, hat Frauchen außerdem einen transportablen und faltbaren Kennel in der Schule. Diese mobile Hundehütte bietet mir immer und überall einen Rückzugsort.

Mit diesem letzten Schritt sind die schulinternen Parameter weitestgehend geklärt und die Eltern müssen ins Boot geholt werden.

 

Die Eltern

Steht schon fest, in welcher Lerngruppe der Hund eingesetzt wird, solltet ihr die Eltern der betreffenden Kinder z.B. auf einem Elternabend informieren und um schriftliche Erlaubnis bitten. Auch hier gilt wiederum, dass ALLE Eltern einverstanden sein müssen. Ist dies nicht gegeben, kann der Hund in dieser Lerngruppe nicht eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund sind eventuelle Ängste, Allergien und religiöse Aspekte schon im Voraus zu berücksichtigen.

Oft lädt der Elternrat die Lehrer der Schule einmal im Jahr ein. Bei uns an der Schule gibt es z.B. das jährliche Elternratsgrillen. Hier könnt ihr euren Hund, wenn ihr euren Schulhund in spe schon besitzt, unkompliziert einfach mal mitnehmen und die erste Reaktion auf das Tier beobachten.

Ein anderer Weg, die hundegestützte Pädagogik an eurer Schule zu etablieren, ist das Schulprogramm. Ist die hundegestützte Arbeit im Schulprogramm verankert, entfällt das Einholen der Erlaubnis durch die Eltern. Möchtet ihr diesen Weg gehen, solltet ihr bedenken, dass ein Schulprogramm durch die Gesamtlehrerkonferenz, den Elternrat und die Schulkonferenz genehmigt werden muss. Dies bedarf einer langfristigen Planung!

 

Die Kinder

Sind all diese Hürden erfolgreich genommen, solltet ihr die Kinder informieren. Hier besteht das geringste Risiko, dass euer Projekt nun noch scheitert. In der Regel wird der neue Lehrer im Klassenteam mit großer Begeisterung aufgenommen und voller Ungeduld erwartet!

Herzlichen Glückwunsch! Nun kann es – endlich! – auf die Suche nach einem geeigneten Kollegen auf vier Pfoten gehen!

Veröffentlicht in ColeCanido, Do as I do, Fugazza, Gerd Schreiber, Hund und wir, hundegestützte Intervention, hundegestützte Pädagogik, Hupäsch, Ideen für den Unterricht, lesenswert, Manners Mind, Praxisseminar II, PSII, Schule, Schulhund, tiergestützte Pädagogik, Training, Treat and Train, wertvolle Tipps

Ein wunderbares Praxisseminar II liegt hinter uns!

Am vergangenen Wochenende haben Gerd Schreiber, Frauchen und ich wieder einige Schulhundteams durch das Praxisseminar II begleitet. Ach so, und mein Kumpel Cooper war natürlich auch mit von der Partie!

Schulhund Käpt´n Jack mit seinem Assistenten Cooper
Schulhund Käpt´n Jack mit seinem Assistenten Cooper

Assistenzhund Cooper

Cooper ist von der Firma Carl Dick und kann bei einem bekannten großen Internetversandhaus bestellt werden. Die Preise der Stofftiere mögen den einen oder anderen erst einmal erschrecken, jedoch überzeugt zumindest Cooper durch seine Qualität. Hierzu sei eine kleine Anekdote berichtet. Cooper läuft nicht gerne, so dass Frauchen ihn immer in einer Tasche trägt. Unsere zweibeinigen Kollegen erschrecken jedes Mal, wenn sie Cooper in der Tasche sehen, weil sie denken, das sei ich! Cooper ist also auf den ersten Blick täuschend echt. Auch die Kinder lieben Cooper, denn das Fell ist einfach klasse und schön flauschig.

Im Grunde ist er ja ein armer Tropf, der Cooper. Er muss für alles herhalten, was mir zu unbequem oder unheimlich ist: Hier trägt Nils ihn während der Projektwoche auf den Schultern.
Im Grunde ist er ja ein armer Tropf, der Cooper. Er muss für alles herhalten, was mir zu unbequem oder unheimlich ist: Hier trägt Nils ihn während der Projektwoche, die wir im Praxisseminar II ebenfalls vorgestellt haben, auf den Schultern.

Das Schatzkästchen

Im Praxisseminar II werden Einsatzbeispiele, die eher komplex aufzutrainieren sind, vorgestellt. Dazu gehören das Öffnen eines Schatzkästchen mit Aufgaben. Dabei zieht der Hund an einer Schnur und öffnet damit den Kasten. Das ganze lässt sich später wunderbar auf diverse andere Dinge, wie z. B. das Öffnen von Schubladen, übertragen. Da in dem Skript das Schatzkästchen gefehlt hat, stelle ich diesen Teil hier noch einmal zum Herunterladen zur Verfügung.

Schulhund Jacks Schatzkiste mit Spanischaufgaben
Schulhund Jacks Schatzkiste mit Spanischaufgaben. An der Schnur ziehend, wird die Kiste geöffnet und der Schüler oder die Schülerin kann sich eine Aufgabe entnehmen.

Die Übertragung von der Schatzkiste zu einem Schubladenschrank mit Verbindung des Konzeptlernens für Hunde könnt ihr von Gerd Schreiber und mir im Seminar Tricks, Spiele und Spaß für Schulhunde lernen. Wer mit dem Begriff des Konzeptlernens noch nicht viel anfangen kann, der sei auf das untenstehende Video verwiesen:

Das wohl berühmteste Beispiel dafür, was Hunde mit dem Lernen von Konzepten leisten können, ist der Border Collie Rico, welcher bei Wetten dass…? sowohl Moderatoren als auch Publikum begeisterte:

Do as I do nach Claudia Fugazza

Als begeisterte „Do as I Do“ler stellen Frauchen und ich im Praxisseminar II immer das kleine, aber feine Trainingsprotokoll von Claudia Fugazza vor. Das Heftlein erklärt eingängig und einfach wie euer Hund lernt, von euch oder anderen Menschen vorgeführte Dinge nachzumachen. „Do as I do. Machs mir nach!“ von Claudia Fugazza gehört m. E. zu den unbedingt empfehlenswerten Lektüren, insbesondere für Schulhundteams, da sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Schule anbieten. Eine ausführliche Rezension des Trainingsprotokolls ist in Arbeit und wird demnächst auf diesen Seiten als Blogpost erscheinen!

Der Manners Mind (Treat and Train)

Gerd hat uns den Manners Mind, auch Treat and Train genannt, vorgestellt. Dieser von Sophia Yin entwickelte Treat and Train ist ursprünglich für die Therapie von Trennungsangst, die Arbeit mit bellfreudigen Hunden sowie das Abtrainieren von anderen „Problemen“ konzipiert. Das etwas teure Gerät wird mit einem Targetstick geliefert und kann vielfältig, je nach Bedarf eingestellt werden. Die Ausgabe der Belohnung kann zum einen über eine  Fernbedienung ausgelöst und zum anderen durch einstellbare Intervalle erfolgen. Mit Phantasie und Kreativität ist das Gerät auch in der Schule einsetzbar. Damit ihr eine Idee vom Treat and Train bekommt, habe ich euch ein englischsprachiges Video verlinkt.


 

Die Projektwoche

Ein wesentlicher Bestandteil des Praxisseminars II ist die Projektwoche zur Erlangung des „Hundeführerscheins“. Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um den Hundeführerschein, der z.B. in Hamburg von der Leinenpflicht befreit. Vielmehr werden den Kindern mit dem „Hundeführerschein“ Grundkenntnisse über Hunde bescheinigt. Zur Erlangung des „Hundeführerscheins“ ist eine theoretische sowie eine praktische Prüfung notwendig, deren Inhalte im Laufe der Projektwoche erarbeitet werden können. Die erarbeiteten Themen sind die folgenden:

  • Wie der Mensch auf den Hund gekommen ist,
  • die Körpersprache des Hundes,
  • das richtige Verhalten gegenüber Hunden und
  • der Hund als Haustier.

Dabei sind Exkursionen in Futterläden und Tierhandlungen, zu Hundeschulen sowie ein Besuch im Tierheim denkbar. Wer aus irgendwelchen Gründen von Exkursionen absieht, kann auf die Dokumentationen „Ausgerechnet Hund“ vom WDR zurückgreifen. Diese ist online nicht mehr verfügbarm kann jedoch evtl. über den Service bestellt werden. Unbedingt empfehlenswert ist die auf Youtube verfügbare Reportage „Mensch und Hund – eine irre Beziehung“ aus der Reihe Quarks & Co.

Die theoretische Prüfung kann hier als Word-Datei heruntergeladen werden und ist damit modifizierbar. Elemente der praktischen Prüfung sind die aus dem Grundgehorsam stammenden Signale

  • Sitz,
  • Platz,
  • Bleib,
  • Folge mit Handführung ohne Leckerchen.

Sie besteht aus einem kleinen, gut zu bewältigenden Parcours, den Lilly, eine Schülerin aus meiner Klasse, zum Filmen einmal absolviert hat.

 

 

Der „Hundeführerschein“ wird den Kindern nach erfolgreich abgelegter theoretischer und praktischer Prüfung ausgehändigt. Die Vorlage als modifizierbare Word-Datei steht ebenfalls als Download zur Verfügung. Sowohl der „Hundeführerschein“ als auch die theoretische Prüfung verfügen über Serienbrieffelder und können bei vorliegender Datenbank sogleich mit den Namen der Schüler und Schülerinnen ausgedruckt werden.

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Forschungsprojekt zur Schülermotivation von Anna

War das heute ein schöner Tag! Ich habe eine neue Freundin – Anna! Sie habe ich heute kennengelernt, da sie im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Forschungsprojekt zur Schülermotivation durchführt und mich an der Stadtteilschule Meiendorf besuchte. In ihrer Arbeit vergleicht sie meine Klasse – also die 9b – mit einer Parallelklasse und geht der Frage nach, ob die Gruppe mit Hund motivierter ist als die Gruppe ohne Hund. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Anna besuchte mich für Ihr Forschungsprojekt zur Schülermotivation.
Meine neue Freundin Anna und ich auf dem Schulhof. Foto: Anja H.

Ich glaube, meine Klasse mochte die Anna auch (ist aber auch eine Sympathische!), denn meine Schüler haben sich vorbildlich verhalten und Frauchen hat eine Sternstunde* vergeben. Anna hat zum einen mich mit meinen Schülern beobachtet und zum anderen eine Umfrage jeweils in meiner sowie in einer Parallelklasse gemacht. Im Anschluss haben Frauchen und ich noch ein kleines Interview gegeben. Nun warten wir gespannt auf die Auswertung und die fertige Arbeit.

Das ist nun schon die zweite wissenschaftliche Arbeit über mich!

 

Weil Anna auch etwas sehen sollte, habe ich beim gemeinsamen Lesen eines Textes die Schüler aufgerufen. Meine Leckerchen, die ich (ihr könnt das im Video oben sehen) gegen den Knochen tausche, haben offensichtlich so schmackhaft gerochen, dass Flo einfach eines probiert hat!!! Blass wurde ich vor Entsetzen! Zu allem Unglück hat es ihm auch noch geschmeckt… Unglaublich! Ich muss mir da was überlegen, der isst mir die ja womöglich noch weg!!!!!

*Bei 50 Sternstunden ist ein Ausflug versprochen.